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  1. #1
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    Ausrufezeichen FireWire nach USB

    Wie viele Video-Aktive habe ich noch ein großes Archiv mit DV-Bändern, die ich 'retten', bearbeiten und auf Festplatte oder BD archivieren möchte. Zwar habe ich noch eine DV-Kamera (Sony TRV900), mit der ich die Bänder abspielen kann. Mein letztes Notebook, das noch einen FireWire-Eingang hatte (Sony Vaio VGN-AR71ZU), hat aber den Geist aufgegeben. Und neuere (Windows-)Rechner werden ja standardmäßig nur mit USB-Eingängen ausgeliefert.
    Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es für dieses Problem? Die simplen mechanischen FireWire-USB-Adapter, die es etwa bei Amazon für ein paar Euro zu kaufen gibt, täuschen eine Lösung vor, die so nicht funktioniert, da die Schnittstellen-Protokolle ganz unterschiedlich sind. Ich habe zwar einen leistungsfähigen Windows7-Desktop-Rechner und Notebooks mit Schnittsoftware etc. Das Problem besteht lediglich darin, die DV-Dateien irgendwie vom Band auf den Rechner zu bekommen. Hat jemand Erfahrung mit Lösungen, die nicht in große Hardware-Investitionen münden?
    DocP

    Im übrigen wäre das ein Thema, das die VideoAktiv-Redakteure einmal recherchieren und in einem Beitrag aufgreifen könnten, da es viele Filmer betrifft.

  2. #2
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    Die Möglichkeiten sind hier recht überschaubar: Entweder du rüstest deinen Computer mit Firewire nach (das geht bei Desktops problemlos über eine Einbaukarte; bei Laptops nur, wenn ein geeigneter Steckplatz, also ExpressCard oder PCMCIA, vorhanden ist) oder du verwendest eines der Pinnacle-Geräte ("MovieBox"?), die über Firewire mit der Kamera verbunden werden, das Signal umwandeln und über USB an den Rechner weitergeben.
    Theoretisch ginge das Ganze am simpelsten mit Thunderbolt und Firewire-Adapter, aber wahrscheinlich haben deine Rechner keine Thunderbolt-Buchse und soweit ich weiß, funktionieren die Adapter auch nur mit Macs verlässlich. An einem Windows-PC sind sie derzeit wohl noch Glückssache.
    Außerdem bliebe natürlich die Möglichkeit, sich einen der wenigen MiniDV-Camcorder zu organisieren, die die Aufnahmen auch über USB in voller Qualität ausgeben konnten, doch das waren nur eine Handvoll Panasonics.

  3. #3
    Foren-Profi Avatar von Jan
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    Hallo,

    das Thema war vor ein paar Jahren noch sehr präsent, aktuell kommt so eine oder ähnliche Frage nur noch aller paar Monate vor. Das kann ich recht gut einschätzen, weil ich seit 2005 im Beiträgestärksten Videoforum im deutschsprachigem Raum unterwegs bin und die Sache damals verfolgt habe.


    Soll heissen, die Nachfrage wird immer geringer, weil die grosse Masse die Kassetten schon gesichert hat. Das zeigt auch meine eigene Erfahrung im Geschäft, die Frage nach Mini DV auf DVD wird immer kleiner. Im Moment macht das aber fast jeder Fotohändler für dich oder schickt es wie in meinem Fall in ein grosses Labor. Im Netz sollte es auch genügend Dienstleister geben, die so etwas können. Wie lange das noch so ist, kann ich aber nicht sagen.

    Das selbst die Videokamera Firmen kein grosses Interesse mehr haben, sieht man an Sony. Der letzte Direktbrenner (VRD MC 5) wurde eingestellt und wird aktuell nicht mehr produziert. An dem konnte man eine MiniDV Kamera per Firewire oder eine 8 mm / VHS-C anschliessen und dann direkt eine DVD brennen. Diese DVD kann man dann später mit dem Rechner schneiden.

    Der USB - Firewire Adapter war wohl murks, Pixela war glaub ich damals die Firma.

    Es soll auch noch die Pinnacle Movie Box geben, die angeblich so etwas kann. Habe ich aber nie probiert und auch kein Feedback von anderen User erhalten.


    Videoaktiv wird sich wie immer bemühen, aber viel kann man da nicht machen, weil die Hersteller das System blockieren. Eben wird Firewire entsorgt, selbst Apple Modelle setzen eher den Nachfolger Thunderbolt ein. Die Schnittfirmen werden auf die Analog Umwandelboxen, die es noch zu kaufen gibt, hinweisen. Die natürlich eine eher schelchte Qualität liefern.

    PS: Ein Vielzahl von DVD Recordern haben auch eine Firewireschnittstelle eingebaut, zumindest die vor 2-5 Jahren. Ich hatte damals einen No Name und einen Panasonic DVD Recorder daheim und beide besaßen die Firewireschnittstelle. Man kann sich also recht günstig einen bei Ebay besorgen und dann die Filme auf DVD brennen und dann später am Rechner weiterschneiden und archivieren.



    VG
    Jan

  4. #4
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    Danke für die Hinweise!
    Was Bernd E. schreibt, bestätigt meine Vermutungen. Ich werde mich da mal nach der Pinnacle MovieBox umsehen oder meinen Rechner mit einer Karte nachrüsten lassen müssen.
    Jan verkennt das Problem (sorry): Es geht nicht darum, Filme auf DVD-Video mit ihrer standardisierten Dateistruktur und dem gemultiplextem MPEG2-Datenstrom zu brennen. Vielmehr sollen Aufnahmen von 'historischem' Wert (beruflich und persönlich) eingespielt und weiter bearbeitet werden. Z.B. zu Lebensläufen oder Ereignissträngen zusammengefügt und mit neuem Ton versehen werden. Das kann kein Dienstleister erledigen. Bei vielen 100 Stunden Material würde die bloße Überspielung ohne Vorauswahl auch unverhältnismäßig teuer. Darüber hinaus ist auch eine Langzeit-Archivierung sinnvoll, so dass auch nach 20 oder 30 Jahren das Material ohne materiellen Träger und historische Geräte aus dem Keller durch bloßes Umcodieren in ein dann aktuelles Format überführt werden kann.
    Für diese Arbeiten sollte die bestmögliche Qualität erhalten bleiben D.h. der Original-Datenstrom der DV-Bänder, der ja nur gering linear (intraframe) komprimiert ist, soll 1/1 in den Rechner eingespielt werden. Jede weitere verlustbehaftete Komprimierung etwa nach MPEG2 oder H.264 ist da vom Übel.

    Es ist schon verwunderlich, dass sich um dieses Problem keiner der Hersteller so recht kümmert. Es müssen ja nicht unbedingt die Großen sein. Es wird sicher Millionen ambitionierter Filmer geben, die ihr Archiv aus der Bandmaschinenzeit retten möchten.

    DocP

  5. #5
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    Zitat Zitat von DocP Beitrag anzeigen
    Es ist schon verwunderlich, dass sich um dieses Problem keiner der Hersteller so recht kümmert...Es wird sicher Millionen ambitionierter Filmer geben, die ihr Archiv aus der Bandmaschinenzeit retten möchten.
    Anscheinend fristet schon die Pinnacle MovieBox ein eher wenig beachtetes Nischendasein, so dass andere Hersteller wahrscheinlich keinen großen Markt (mehr) für ein weiteres Produkt mit gleicher Funktionalität sehen. Für Apfel-Schneider existiert das Problem aussterbender Hardware immerhin gar nicht, denn alle Macs haben Firewire oder Thunderbolt, und da geht das Überspielen von DV oder HDV weiterhin wie bisher auch. Bei Windows dagegen ist Firewire weitgehend weg vom Fenster und Thunderbolt hat noch nicht richtig eingeschlagen, so dass Bedarf vorhanden sein sollte, aber dass der allgemeine Trend weg vom Band und hin zur Datei geht, war eigentlich schon im Jahr 2006 klar, als AVCHD eingeführt wurde. Da denke ich ebenso wie Jan, dass mittlerweile die große Bändersicherungswelle durch ist und die meisten ihre Aufnahmen bereits überspielt haben werden - wohin auch immer. Ich würde mir die originalen Bänder übrigens auch nach dem "Sichern" aufheben, denn ihre Lebenserwartung ist um einiges höher als die von Festplatten oder DVDs, und man weiß ja nie. Einen Camcorder oder Player, der sie abspielen kann, wird man selbst in zehn Jahren noch problemlos auftreiben können.

  6. #6
    Foren-Profi Avatar von Jan
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    Ich benötige sicher keinen Vortrag, ich denke ich habe umfassende Kenntnisse im Bereich DV.

    Was willst Du dann machen, den 14 GB Rohstream der DV AVI Dateien auf Festplatte archivieren ?

    Kann man machen, wenn man superanspruchsvoll ist.

    Am Ende werden die Filme aber eh sehr oft mit 576er Auflösung auf DVD in MPEG 2 gesichert. So machen es 90 % der Kunden. Die TRV 900 mag ja damals die Granate gewesen sein, aber mit ihren 414.720 Pixel aufgenommener Auflösung ist das Bild aus heutiger Sicht sehr schwach, zumindest wenn man es an einem HD Fernseher oder Computerbildschirm anschaut. Da verursacht eine MPEG 2 Komprimierung keine so grossen Qualitätsverluste (eigene Erfahrung aus 17 Jahren Filmerei mit Mini DV) bei der eh bescheidenen Darstellung auf einen HD Gerät mit eben Standard Definition.


    Ich habe eine Menge Kunden, die aktuell ihre Bänder abgeben um eine DVD zu erhalten, eben weil sie das gleiche Problem haben. Sie schneiden dann das MPEG 2 Material am Rechner, archivieren es.

    Wenn Du halt einer von 10 Kunden bist, die die ganz hohen Ansprüche haben und das MPEG 2 Material blind von DV Material unterscheiden kannst, dann ist das gut. Die Masse sieht das eben nicht, dass kann ich aus eigener Erfahrung sagen, da ich seit 1993 in einem Fachgeschäft arbeite.

    Die Moviebox wird sicher auch in ein anderes Format wandeln, ich kann mir nicht vorstellen, dass dort über USB eine DV AVI Datei rauskommt. Aber dazu kann Bernd sicher mehr sagen. Ich habe diese Umwandlerbox nie benutzt. Aber zumindest ist es für die Kunden eine weitere Möglichkeit für die Bänder.


    Eigentlich gibt es auch kein Problem, da man auch aktuell noch Rechner mit Firewireanschluss kaufen kann, oder nachrüsten kann, so lange es sich um einen Tower PC handelt.


    Zumindest muss man eben etwas flexibel sein.


    Sony verkauft ausserdem (war noch im Händler Katalog von April 2013) noch den GV HD 700, der zwar 1700 € kostet, aber mit Bildschirm ausgerüstet ist und sogar im Broadcast Bereich eingesetzt wird, wenn Sender mit Mini DV Bänder arbeiten müssen und die Qualität 1A sein muss.


    VG
    Jan
    Geändert von Jan (30.09.2013 um 19:43 Uhr)

  7. #7
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    Zitat Zitat von Jan Beitrag anzeigen
    Die Moviebox wird sicher auch in ein anderes Format wandeln, ich kann mir nicht vorstellen, dass dort über USB eine DV AVI Datei rauskommt. Aber dazu kann Bernd sicher mehr sagen.
    Nein, da muss ich leider passen. Ich kenne diese Box(en) auch nur aus Empfehlungen von Anderen und die hatte ich so verstanden, dass durchaus DV-AVI bzw. dieselbe Qualität wie sonst via Firewire auf dem Rechner ankäme. Dafür garantieren kann ich jedoch nicht und anscheinend gibt/gab es auch verschiedene Versionen der MovieBox. Wenn DocP an seinem Rechner eine Firewirekarte nachrüsten kann, dann ist das auf jeden Fall die einfachere und billigere Lösung. Da weiß man, was man hat.

  8. #8
    Foren-Profi Avatar von Jan
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    Ich habe mir dazu mal die Verkaufsanteile meines Software Kollegen besorgt, die Movie Box wird ja seit ca. 2003 verkauft und bisher gab es sicher schon fast 10 Versionen. Die Verkäufe ab 2007 sind sehr schleppend bis nicht vorhanden.

    Viele Kunden nutzen die Moviebox also eher nicht, das passt auch zu den sehr wenigen Praxistests im Netz.


    VG
    Jan

  9. #9
    VIDEOAKTIV-Moderator Avatar von Joachim Sauer
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    Die MovieBox ist seit kurzem auch nicht mehr auf der Pinnaclesys-Webseite. Dort findet man nur noch die Dazzle-Hardware mit analogen Eingängen. Soweit ich es mitbekommen habe ist die alte MobieBox-Hardware nicht mehr unter Windows 7/8 mit 64 Bit lauffähig.
    Viele Grüße
    Joachim Sauer

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  10. #10
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    Ich habe inzwischen die Moviebox bestellt. (Danke nochmals für die Hinweise!) Der Beschreibung nach sollte sie die gewünschte Funktionalität haben. Gegenüber einer Karte im stationären Rechner hätte sie auch den Vorteil, dass sie auch am Notebook verwendbar wäre. Ich bin gespannt. Sobald ich damit erste Erfahrungen gesammelt habe, gebe ich ein Feedback.

    DocP

  11. #11
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    Zitat Zitat von Joachim Sauer Beitrag anzeigen
    Die MovieBox ist seit kurzem auch nicht mehr auf der Pinnaclesys-Webseite. Dort findet man nur noch die Dazzle-Hardware mit analogen Eingängen. Soweit ich es mitbekommen habe ist die alte MobieBox-Hardware nicht mehr unter Windows 7/8 mit 64 Bit lauffähig.
    Na, mal sehen. Notfalls muss ich noch einmal einen alten XP-Desktop aktivieren. Ohnehin habe ich auf meinem aktuellen 64Bit-Rechner einen Virtual XP-PC eingerichtet.

    DocP

  12. #12
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    Erfahrungsbericht für alle, die ebenfalls ein DV-Band-Archiv 'retten' wollen oder müssen!
    Vorweg: Das Einlesen des Filmmaterials vom DV-Band in den 64 Bit-Rechner mit Hilfe der Pinnacle MovieBox funktioniert einwandfrei. Gekauft hatte ich die Version Moviebox Ultimate mit Pinnacle Studio Version 15 (bei ABM über Amazon 111€). Geliefert wird dabei die eigentliche MovieBox, eine Art Break-out-Box, mit Analog-Eingängen und eben einem IEEE-1394 (FireWire)-6-Pol-Eingang. Die Box wird über USB (2.0) mit dem Rechner verbunden.
    Mit der Box wird die einfache Schnittsoftware Studio 15 geliefert, über die die Laufwerksteuerung und das Einlesen des DV-Datenstroms erfolgt. Dabei wird zwar jedesmal ein komplettes Filmprojekt mit mehreren Dateien für Vorschaubilder etc. angelegt. Darunter aber auch die vollständige DV-Datei, die -- soweit ich dies sehen kann -- die Daten vom Band unverändert (sozusagen RAW) enthält. Diese Originaldaten kann man dann beliebig weiter bearbeiten oder archivieren. Man vermeidet also das Kaskadieren von Datenkompression. Das Ganze funktioniert auch mit 64 Bit-Windows-Versionen. In der Anleitung zu Studio 15 wird ausdrücklich empfohlen, den 64 Bit-Modus zu aktivieren.
    Hier noch die Gerätekonfiguration: Zuspieler Sony TRV-900 -- Moviebox Ultimate mit Pinnacle Studio Version 15 -- Rechner HP Pavilion Intel Core i7 / 3.4 GHz / 12 GB DDR3 / NVIDIA GTX 680, 2G / Windows 7 Professional 64 Bit

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