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  1. #1
    Aktiver Nutzer Avatar von Lutz Dieckmann
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    Was ich an Amateurfilmern nicht verstehe (und verstehen möchte)

    Hallo zusammen,

    vorweg, dies geht nicht gegen alle Amateurfilmer hier, OK! Es ist eine ernstgemeinte Frage, die hoffentlich eine fruchtbare Diskussion anstößt.

    Was ich nicht verstehe ist dies:

    Viele Amateure konzentrieren sich bei Ihren Anschaffungen auf die Kamera (richtig) und den Schnittcomputer (auch richtig). Aber - da wird mit viel Aufwand versucht den letzten Pixel und das letzte Bit rauszukitzeln. Es wird vehement darüber diskutiert, z. B. wieviel Euro man mehr ausgeben muß, um eine Kamera mit noch besserer LowLux Fähigkeit zu erwerben. Dann werden Hunderte oder mehr ausgegeben, aber warum tut man das nicht für ein paar gute Scheinwerfer? Und spart sich die Kosten für bessere LowLuxfähigkeit, weil man ja Licht hat?

    Im gleichen Atemzug wird diskutiert, wo man die günstigsten Bauscheinwerfer bekommt. Warum einen Arri leihen, wenn es für´s gleiche Geld einen Bauscheinwerfer gibt? Mit dem dann doch nicht geht was man will.

    Jeder sieht gerne "Making Ofs", weil es dort ja zeigt, wie Film professionell gemacht wird und man "dort ja soviel lernen kann". Aber - dort sieht man immer, daß Profis vor allem viel gutes Licht verwenden. Warum glauben viele Amateure, dies gelte für ihre Filme nicht und es würden Bauscheinwerfer genügen? Warum lernt man nicht aus den "Making Ofs"?

    Warum bricht die Investitionsbereitschaft beim (ungemein wichtigen) Zubehörbereich so abrupt ab? Wenn man es nicht kaufen mag, warum leiht man sich nicht für ca. 70 € ein paar Arris nebst Generator und macht es richtig, anstatt zig Stunden am Computer zu verbringen und dann ein halbwegs brauchbares "Day for Nicht" zustande zu bringen? Am Schluß ist man dann nicht zufrieden und sagt, "es ging halt nicht besser".

    Das verstehe ich nicht. Diese Beispiele lassen sich auf ein Mikrofon, eine Angel, Funkstecken, Schienen, Kräne, usw. ausdehnen. Das Licht war nur ein Paradebeispiel.

    Gleiches gilt für Wissen. OK, es gibt viel bei Youtube aber danach muß man stundenlang suchen. Warum kauft man nicht gleich ein Buch oder eine DVD, wo dies einfach erklärt wird. Warum sind € 30,-- für Wissen zuviel und man gibt dies lieber für ein paar Pixel (Symbol) mehr an der Kamera aus? Wissen bringt mehr und läßt einen bessere Filme machen. Man bedenke, die besten Filme der Welt wurden auf Schreibmaschinen geschrieben und mit einfachster Technik umgesetzt. Es liegt also offensichtlich am Wissen und nicht an der Technik.

    Vielleicht kann mich hier jemand aufklären. Ich diskutiere das oft auf meinen Trainings und kann keine Antwort geben.

    Viele hier machen tolle Filme, aber sie könnten noch viel besser sein. Für mich ist dieser Zustand ein großes Fragezeichen. Ist es mangelndes Wissen? Angst vor neuen Dingen? Jeder will es machen wie die Profis aber warum macht es keiner? Profis machen vor allem eines - lernen. Ein Film ist, das weiß jeder der welche macht, eine Schweinearbeit. Es erfordert Mut, Aufwand, Schweiß, Streit mit der Freundin;-), Gedankenschmalz! Warum nicht das beste herausholen mit der richtigen Art von Investition?

    Ich freue mich auf viele Antworten und eine hoffentlich rege Diskussion.

    Viele Grüße

    Lutz
    NEU. Live Streams zu aktuellen Video-Themen auf: http://hd-filmschule.de/live-stream-...ilmschule.html

  2. #2
    Foren-Profi Avatar von wabu
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    Ich denke, was Licht und auch anderes Zubehör angeht:
    Das ist ja filmen mit Aufbau und Planung. Der Umgang mit Licht muss erstmal gelernt sein, wie setzt man das Führungslicht, wie hellt man Schatten auf und/oder auch Outdoor, wie abschatten, aufhellen, Kontraste mindern. Wenn man soweit ist, das man Licht planen kann und optimieren kann - dann geht der Bauscheinwerfer weg.
    Selbiges gilt für den Ton - da bin ich nicht fit - aber wie man Mikrofon an der Angel einsetzt, wie man Hintergrundgeräusche einfängt oder elemeniert, wie man Texte vorbereitet und spricht, wo man einen Puschel braucht - muss man beherschen...
    Und wieweit Steadycam, Dollys und Kräne gebraucht werden um saubere Kamerabewegungen hinzubekommen - da muss man erst die Fehler erkennen um den Weg zum besseren zu finden.
    Und bei den Profis ist ein wichtiger Unterschied: sie machen nicht alles selber: Kameramann, Tontechniker, Cutter, Produzent Szenenaufbauer und bestman sind beim Amateuer oft eine Person, beim Profi nicht

  3. #3
    Foren-Profi Avatar von Globebus
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    Diese Diskussion könnte interessant werden.

    Ich denke das ein guter Film nur dann entsteht wenn er mit Kreativität, Überlegung und Sachverstand erstellt wurde.
    Das Equipment ist dabei in meinen Augen nicht zweitrangig. Für einen Amateure allerdings unerschwinglich. Jedoch die Bildqualität muss sehr gut sein und die Schnittsoftware soll stabil
    laufen und der Kreativität keine Grenzen setzen.
    Mir als Normalsterblicher sind da allerdings Grenzen gesetzt. Gutes Equipment bedeutet auch nun mal tief in die Tasche greifen.
    Also bleibt mir nur aus dem was ich habe das Beste für meine Ansprüche herrauszuholen.

    Mir fällt auf, z.B. an Urlaubshighlights, wenn jemand eine "bessere" Kamera in der Hand hält, dass er sich auch wesentlich mehr Mühe beim Filmen gibt.
    Schmunzeln muss ich immer über die Filmer die in einer einzigen Scene versuchen das herrliche Panorame mit einem Schwenk nach rechts, dann ein bisschen nach oben und dann wieder nach unten und ein wenig nach links und letztendlich noch mit einem extremen Zoom aus der Hand, festzuhalten.
    Geändert von Globebus (29.03.2012 um 09:46 Uhr)
    Gruss, Dietmar

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  4. #4
    Foren-Profi Avatar von Wolfgang S.
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    Ich halte das für eine unseelige Mischung einer "Geiz ist Geil" Mentalität und einfach auch Unwissen und Widerstand, in Bereiche zu gehen von denen man nichts mehr versteht.

    Ichbin selbst auch massiver Autodidakt (auch wenn ich Bücher sehr wohl kaufe). Und kürzlich habe ich mal um die 1000 Euro in Mikrofone, Kabeln, ein extra Tascam mit XLR-Eingängen investiert, zusätzlich zur Z10000. Und demnächst kommen ein paar (sicherlich günstigere aber doch) Tageslichtleuten ins Haus.

    Und klar muss man den Umgang damit erlernen - umdenken wollen und können. Ich sehe nur dass dies viele auch ganz einfach nicht machen.

    Aber das Problem ist tatsächlich die Unwissenheit, aber vor allem die geringe Bereitschaft hier in komplexeres Equipment zu investieren. Oft paßt es auch nicht - weil wer stellt bei einer kleinen Familienfeier groß die Leuchten auf? Wer hat im Urlaub das große Equipment mit, mit dem er sofort als "Profi" entlarvt und des Platzes verwiesen wird (etwas in Ägypten wars mit der FX1 nicht sonderlich leicht, mit den kleinen Geräten hingegen haben die Leute problemlos filmen dürfen - mit Ausnahme der Plätze wo man halt generell nicht filmen darf).

    Und das komplexe Equipment - natürlich muss ich da dazu lernen wollen. So habe ich die Illusion, ich muss eh nur meinen Camcorder beherrschen, für viele ist das schon komplex genug. Aber externe Mikrofone aufstellen, diese auspegeln, Führungs und Seitenlicht setzen und das alles als One-Man-Show?
    Geändert von Wolfgang S. (29.03.2012 um 10:45 Uhr)
    Lieben Gruß,
    Wolfgang
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  5. #5
    Foren-Profi Avatar von wabu
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    Zitat Zitat von Globebus Beitrag anzeigen
    Schmunzeln muss ich immer über die Filmer die in einer einzigen Scene versuchen das herrliche Panorame mit einem Schwenk nach rechts, dann ein bisschen nach oben und dann wieder nach unten und ein wenig nach links und letztendlich noch mit einem extremen Zoom aus der Hand, festzuhalten.
    Na ja, da kann man auch über mich schmunzeln - das kann man bei mir auch manchmal sehen. Was man nicht sehen kann, was ich dafür am Ende wirklich nutze. Aber das ist mein Filmemachen, ich habe zwar im Kopf, welche Szenen ich für Anfang und Ende haben will, aber das meiste läuft einem vor die Linse, man nimmt es mit, weiss manchmal was noch gebraucht wird und da wo man es nicht weiss, wird durchaus mal hin und hergeschwenkt oder gezoomt, am Ende entscheidet man sich für eine der Bewegungen - oder auch für keine.
    Und beim Film erstellen muss dann die Bildersprache stimmen damit der Zuschauer, der nicht mit war, Eindrücke vermittelt bekommt.

  6. #6
    Foren-Profi Avatar von Globebus
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    Hallo wabu,

    das finde ich ja auch absolut ok. Aber viele Amateure bauen solche Scenen vollständig in ihr Endvideo ein um den lieben Mitmenschen
    das komplette Panorama am Stück zu zeigen. brrrrrrrrrrrrrrrr.
    Gruss, Dietmar

    Mein YouTube Kanal: wombat1953 (nichts Außergewöhliches)



  7. #7
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    Hallo Lutz,

    vieles wurde ja schon gesagt, was einen Amateur vom Profi unterscheidet: Der Profi arbeitet im Team, auch wenn es vielleicht nur ein kleines Team ist (du machst doch deine Tutorials sicher nicht allein!?); der Profi hat Zeit für Aufbau und Aufnahme; und meist auch genügend Geld für das Equipment.

    Für eine Bühnenaufnahme baue ich auch externes Mikrofon, Monitor, Stativ und Kamera mit Kopfhörer auf. Aber wenn ich für eine Dokumentation einer Gruppe durch die Stadt folgen soll, schleppe ich höchstens noch ein Stativ mit. Für weiteres fehlen mir Arme und Kraft. Und wie es im Urlaub aussieht, wurde ja auch schon erwähnt: als Touri mit großer Kamera bekommt man eher Probleme als mit den kleinen Handcamcordern. Und im Urlaub will ich nicht Taschen voll Zubehör mit rumschleppen. Also kommt meine Sony CX690 im Vollautomatikmodus zu Einsatz. Die fertigen Filme gefallen mir und meiner Familie sehr gut (ob sie anderen gefallen, ist mir wurscht).

    In deiner Grundaussage muss ich dir vollkommen zustimmen: Pixel- und Lowlight-Wahn nehmen oft schon kuriose Züge an. Wobei ich das "Bokeh" noch ergänzen möchte. Angetrieben durch die Profis will jeder heute ein perfektes "Bokeh" haben, natürlich mit seinem Minicamcorder. Einerseits schreit man nach Pixel wegen der Schärfe, andererseits schreit man nach Unschärfe. Einerseits möchte man filmähnliche Bewegungsunschärfe, andererseits empfiehlt man 50p oder gar 60p, weils sonst die Bewegungen unscharf werden.

    Ehrlich gesagt, für meine Filmaufnahmen wünsche ich mir eine möglichst große Scharfentiefe (oder meinetwegen auch Tiefenschärfe). Nichts ist lästiger, als bei Bühnenaufnahmen oder Dokumentationen ständig auf die Schärfe achten zu müssen. Zumal ich auch und vor allem die Blende im Auge behalten muss.

    Also, lieber Lutz, sei gnädig mit dem armen Amateur. Pixel sind nun mal ein Statussymbol des Amateurfilmers. "Meiner hat aber mehr als deiner! Ätsch!"

    Gruß
    KDS

  8. #8
    Foren-Profi Avatar von wabu
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    Zitat Zitat von Lutz Dieckmann Beitrag anzeigen
    Gleiches gilt für Wissen. OK, es gibt viel bei Youtube aber danach muß man stundenlang suchen. Warum kauft man nicht gleich ein Buch oder eine DVD, wo dies einfach erklärt wird. Warum sind € 30,-- für Wissen zuviel und man gibt dies lieber für ein paar Pixel (Symbol) mehr an der Kamera aus? Wissen bringt mehr und läßt einen bessere Filme machen. Man bedenke, die besten Filme der Welt wurden auf Schreibmaschinen geschrieben und mit einfachster Technik umgesetzt. Es liegt also offensichtlich am Wissen und nicht an der Technik.
    Die Frage ist hier: wie lernen. Mir persönlich sind Lernvideos ein Greuel - ich muss gefühlt ständig warten.(Das gilt gelegentlich auch für Seminare/workshops) Ich lese lieber, da habe ich mein eignes Tempo, kann querlesen, zurückblättern,überspringen
    Ich lerne bei Werbespots und Filmen, sehe Dinge, die ich nachmachen will - um zu sehen wie es geht. Bei Filmen schau ich auf die Kamera und Schnittsprache (zum Leidwesen meiner Frau).
    Und für die meisten, auch für mich, gilt: Ich kenne meine Lücken nicht - damit kann ich sie nicht schliessen. Erst in Foren oder beim Treffen mit gleichgesinnten kommen dann Lücken zum Vorschein. Die zu schliessen hat dann verschiedene Wege. Für den Amateur gilt learning by doing - wenn er denn lernt, wegen der Lücken...

  9. #9
    Gelegentlicher Nutzer Avatar von obimad
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    Fragen über Fragen ...

    Hallo Lutz, da hast du ja viele Fragen aufgeworfen, da könnte man ja gleich mehrere Themen aufmachen. Hier meine Meinung dazu. Dazu muss ich anmerken. Ich filme und schneide seit 2006 Filme und versuche seit diesem Zeitpunkt mich immer weiterzuentwickeln. Ich betreibe das als reines Hobby, verdiene also damit kein Geld damit, um das Equipment zu finanzieren.

    Am Anfang war mein Camcorder, mein Computer, ein Schnittprogramm (Movie Maker) und ich. Wir lernten uns langsam kennen. Camcorder auf Automatik, Schnittlänge der Szene ca. 10 Sekunden, es durften auch mal mehr sein. Die erste Veranstaltung wurde gefilmt und man war froh, danach alles auf eine DVD pressen zu können. Alles war neu und aufregend. Und viel zu viel auf einmal, Drehen, Überspielen, Schneiden, Betiteln, Formate etc.

    2 Jahre später kam die 2. Kamera und damit der Multicamschnitt, die ersten Feste und Feiern. Eine neue Schnittsoftware musste her, mein geliebtes Magix zog auf meinem Rechner ein. Alles war wieder neu und musste gelernt werden. Also ein Buch und ein Videolernkurs gekauft, viele Tutorials im Internet gesehen und los gings. Ich stieg hinab in die Tiefen des Programms und lernte.

    Dann besuchte ich mein erstes Videoschnitttreffen und daraus wurde Tradition. Ich lernte Schnitte kennen, die kürzer waren als 10 Sekunden und dennoch gut aussahen. Ich sah bei anderen was mir gefiel und was nicht.

    Wieder 3 Jahre später kam der Umstieg auf HD, Veranstaltungen wurden mit 3 Kameras gefilmt und die Schnittfrequenz pegelte sich bei 3 bis 4 Sekunden ein. im letzten Jahr begann ich mit der DSLR zu filmen und war gezwungen, mich zum ersten Mal mit Blende, verschlusszeit, ISO etc. auseinanderzusetzen. Also wieder lernen, 2 Bücher gekauft und zusätzlich (auch deine) Tutorials im Internet geschaut.

    Kamera, LowLux & Beleuchtung

    Ich filme viel dokumentarisch, Reisen, Vereinsfeiern, Trainingslager ... oft bei schwierigen Lichverhältnissen. Beleuchtung geht da nicht, da der Aufwand zu groß wäre. Also lieber der Griff zu einem Camcorder mit gutem Rauschverhalten. Für gestellte, planbare Szenen habe ich zwei Tageslichtleuchten und eine LED-Leuchte, das reicht mir (zur Zeit). Auch ist Strom ein großes Problem. Leihen ist mir viel Zu aufwendig und transportable Batterien sind sehr teuer ...

    Ton

    Angefangen vor 4 Jahren mit eine ZoomH2, danach habe ich noch in 2 RodeVideoMics (1x Stereo 1x Richt) investiert. Man muss sich das Equipment halt mit der Zeit aufbauen. Dies ist auch eine Frage des Geldes und der zweiten Person, der die Tonangel hält.

    Wissen

    Du siehst es aus der Sicht des Produzenten, ich aus der des Konsumenten. 30 € sind gut investiert, aber worin? Ein gutes Buch? Ja, Sachbücher haben ja auch einen hohen Wiederverkaufswert, ein Videotraining (z.B. 12 Stunden von Galileo) auch, 120 Minuten Video - für mich eher nicht. Zu wenig Wissen wird verglichen mit einem Buch oder Videoworkshop in dieser zeit vermittelt. Man orientiert sich halt an Filmpreisen, dort sind max. 15 € für einen Film auf DVD Standard. Dabei ist es mir egal, ob er sich zigmal so oft verkauft. Er kostet ja auch in der Produktiuon ein vielfaches. Sorry, wenn ich das so direkt anspreche. Generell bin ich aber sehr wohl bereit, für Wissen extra Geld zu investieren.

    Ich denke mir immer, alles zu seiner Zeit. Mit dem Lernprozess steigen die Ansprüche und somit das benötigte Equipment. und nur mit einem gewissen Wissensstand kann man wiederum andere Dinge lernen und anwenden. Sonst versteht man sie gar nicht. Eigentlich müsste man nach deiner Auffassung alles Wissen erst einmal Lernen, sich dann ein hochwertiges komplettes Equipment zulegen und dann erst Filmen. So funktioniert das aber nicht, denn viele Dinge lernt man gerade erst aus seinen Fehlern. Das bemerke ich, wenn ich mir Filme von mir von vor 4 Jahren anschaue. Ich bin sicher, so wird es auch in 4 Jahren wieder sein. Vielleicht sage ich dann aber, man war das schlecht ausgeleuchtet, die Einstellung und der Schnitt passen ja gar nicht. Und habe wieder etwas dazugelernt ...

    In diesem Sinne (sorry für die lange Antwort)
    obimad
    Geändert von obimad (29.03.2012 um 19:52 Uhr)

  10. #10
    Foren-Profi Avatar von Jan
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    Hallo,


    das unterscheidet halt den Ottonormal Filmer vom ambitioniertem User / Profi.

    Er / Sie möchte mit den geringsten Aufwand die besten Filme machen.

    Obwohl beste Filme sind oft eigentlich nicht gewollt, Amateure finden Wackelbilder, wilde Zoomfahrten ganz in Ordnung, der Anspruch ist halt viel kleiner. Manche User kaufen sich ein Auto und fahren nur von A nach B, es muss einfach funktionieren und wenig kosten - das reicht dem Käufer. Andere Menschen sehen das wieder ganz anders, und bauen in Ihre Autos viele Raffinessen ein und schrauben jede Woche am Auto, um etwas zu verbessern.

    Ich denke der Anspruch der Amateurklasse des Filmens wird sogar noch kleiner, dafür sorgen die vielen neuen Handyfilmer.



    Das Gefühl habe ich auch in meiner Verkäufertätigkeit. Wo vor 15 Jahren noch ein Normalkunde über die unterschiedlichsten Sachen nachgehakt hat, ist die Frage Reihenfolge beim Erstkontakt in etwa so bei ca 8 von 10 Kunden bei einem Kameraprodukt. Ich nehme jetzt mal die Digitalkamerafotosparte, man kann viele Dinge aber auch bei Video erkennen....

    1. Ich suche eine Kamera die einfach zu bedienen ist !

    mögliche Antwort Verkäufer: Fast jedes Modell hat heutzutage ein Vollautomatikprogramm mit Gesichtserkennung, teilweise auch Lächel und Blinzelerkennung, die Firma Fuji besitzt noch Katzen und Hundeerkennung, eine Vielzahl der Modelle erkennt 5-60 Szenen automatisch und stellt sich auf die Situation ein. Einige Kameras bedient man per Touchscrren, andere altmodisch per Tasten.

    Höherklassige Modelle besitzen auch oft ein Menürad, damit kann man schnell durch das Menür fahren. Die Tastenanordnung & Symbole (zb Wiedergabemodus) ist bei den meisten Firmen ähnlich usw usw usw

    Antwort Kunde: Ja schön, und was ist jetzt am Besten zu bedienen ?


    2. Sie sollte viele Megapixel haben !

    Kunde denkt wie leider noch viele User, dass viele Pixel ein besseres Bild erzeugen.

    mögliche Anwort Verkäufer: Leider sind in vielen Modellen nur 8 mm Diagonale 1/2,33 Zoll Sensoren eingesetzt. Dass heisst es plazieren sich heute 14-18 Millionen kleine Pixel auf einer 8 mm Diagonale. Bei den anerkanntesten besten Kompaktkameras (Fuji F 20,30,31) waren es 6 Millionen Pixel, und der Sensor war sogar 1 cm gross ! Alle Objektive der Knipsklasse schaffen maximal 12 Millionen Pixel aufzulösen, viele sogar weniger, daher macht das keinen Sinn.

    Optik Speziallist Olympus sagte mal, selbst bei einer Vollformat DSLR würden unsere besten Objektive maximal 20 Millionen Pixel auflösen, warum Nikon bei der neuen D 800 mit 36 Millionen Pixel kommt, das dürfte den Usern klar sein...

    Da die vielen Pixel nun mal auf der kleinen Sensorfläche drauf sind, bekommt jedes Pixel auch weniger Licht. Das macht sich in der Regel mit stärkerem Bildrauschen (Grieseln, farbige Punkte) im Bild bemerkbar. Manche Firmen setzen auch eine sehr aggressive Rauschunterdückung ein, die sorgt dann dafür, dass viele Bilddetails einfach von Ihren schönen Bildern verschwinden !

    Und trotzdem präsentiert die Firma Sony 2012 Digiknips Kameras mit 18 Millionen Pixel ! Warum ? Weil sie einfach mehr verkaufen werden !

    Antwort Kunde : Das glaube ich Ihnen nicht !

    3. Die Kamera muss flink sein, meine alte Kamera vor (meist 5-7 Jahren) ist so träge....

    mögliche Antwort Verkäufer: Heutzutage haben alle Modelle eine Auslöseverzögerung von weniger als 0,1 Sekunden, die Scharfstellzeit liegt in der Regel bei 0,3-0,5 Sekunden. Einige Modelle mit grösseren Brennweiten können je nach Foto auch mal knapp 1 Sekunde brauchen um Scharfzustellen. Auch bei Schwachlicht kann es einen Tick länger dauern.... usw usw

    Antwort Kunde: Aber das war doch früher anders !

    Antwort Verkäufer: Ich zeige Ihnen mal verschiedene Modelle !

    5. Ich hab gehört viel Zoom ist gut

    mögliche Antwort Verkäufer: Mit einem grossen Brennweitenbereich haben sie immer die Möglichkeit Dinge aufzunehmen, die man sonst nicht abbilden kann. Auch bekommt man damit besser die nicht gestellten Fotos hin, wo sich das Objekt nicht beobachtet fühlt.

    Aber die Sache hat auch einen Haken, besonders Modelle mit sehr hohen optischem Zoom wie beispielsweise den 30 - Fach Bridgekameras oder den 60 - Fach Videokameras. Dort sind in die Kameras so viele Linsen eingesetzt, dass die Bildqualität besonders am Teleende stark nachlässt. Man spricht von schwammigen Bilder. Das Licht soll nun Mal gleichmäßig duch das Objektiv, das ist aber bei vielen Linsen auf engstem Raum unmöglich. Kameras mit einem grossen Zoombereich sind in der Regel auch langsamer beim scharfstellen, weil eben oft die Scharfeinstellung über eine bewegliche Linsengruppe gemacht wird.

    Auch ist eine Stabilisierung bei so grossen Brennweiten nicht einfach.....

    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    Ich will damit sagen, von 8 bei 10 Kunden haben sich die Leute überhaupt nicht informiert, den meisten ist es auch egal, wenn Kenntnisse da sind, stammen die vor einem Jahrzehnt oder einem 1/2 Jahrzehnt.

    Sorry Lutz, Du wirst in Zukunft eher härter arbeiten müssen. Die Allgemeinheit ist nicht bereit zu lernen, Seminare zu besuchen oder sich zu belesen !


    VG
    Jan

  11. #11
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    Wobei ich auch zu bedenken gebe, dass in meinem Bekanntenkreis alle, die eine Videokamera besitzen oder einen Fotoapparat mit Videofunktion diese Videos nur drehen, auf den Rechner kopieren und fertig. Schnitt? Fehlanzeige. Da ist dann auch die Einstellung und Belichtung egal. Das schaut man sich doch nie wieder an! Ich sage immer: Ein ungeschnittener Film ist gar kein Film ... und ernte ungläubiges Kopfschütteln.
    Einer für alle und alle für einen ...

  12. #12
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    Hallo Lutz,

    ich stimme Dir in vielen Punkten zu. Es ist leider eine Leidenschaft von vielen Leuten geworden, eher die letzten 10tel Punkte beim Vergleichstest und gewisse Technik-Spielereien eines Camcorders als Maß aller Dinge anzunehmen, als lieber etwas mehr Geld in die eigenen Fähigkeiten zu stecken. Viele glauben immer noch, wenn ich erst einmal eine Profi-Cam habe, dann kommen die gute Filme automatisch auf den Speicher. In Zeiten von Youtube und Elektronik-Markt-Geschrei glaubt auch jeder, dass man das Know How so nebenbei mitnimmt und es dann schon gut wird. Die große Masse filmt im Automatikmodus und wird nie einen Film bearbeiten. Neulich im Elektronikmarkt fragte ein Kunde den Verkäufer, ob man bei Gegenlicht die Sonne per Knopf wegdrücken könnte, da die gefilmten Personen bei ihm immer schwarz sind. Antwort: Ja, natürlich - dafür hat das Modell die Gegenlichttaste! Ich fand das damals nur lustig - aber es zeigt einen Teil des Problems.

    Ich persönlich bilde mir nicht ein, ein besonders guter Filmer zu sein. Filmen ist für mich ein Handwerk - und das muss man lernen - lebenslang. Daher habe ich für meine Lieblingsmotive, die Live-Musiker, neben der Kamera noch gutes und z.T. semi-professionelles Equipment gekauft. Bei den Gigs habe ich zum Glück dann auch Zeit eine Autoladung an Scheinwerfern mit Gestellen, schwarzen Bühnenstoff, Mikros , Mischpult, Kabel usw. mit zu nehmen und in Ruhe aufzubauen. Probeaufnahme, Toncheck, alles gut - dann kann es losgehen. Das ist Stress - für mich positiver Stress - und ich muss alles allein machen. Das ist für mich der wesentliche Unterschied zum Profifilmer. Selten ist ein Tontechniker vor Ort, der ein großes Mischpult bedient und mir zum Line-Input des Camcorder einen Mischpult-Ausgang stellt. Dann wird mir der Ton perfekt abgemischt geliefert und ich erspare mir viel Arbeit. Aber das sind Ausnahmen.

    Für den zweiten Einsatzzweck Naturaufnahmen muss dann ein kleines Stativ reichen und das Richtmikro. Man sitzt viele Stunden vor dem Motiv - unbeweglich und getarnt - dann wenn man die optimale Aufnahme machen könnte, kommt garantiert eine Wolke und die Farben wrden flau oder die lieben Tierchen habe es sich anders überlegt und zeigen sich nur von hinten - ich habe großen Respekt vor Profil-Tierfilmern.

    Abgerundet habe ich das Thema mit vielen Büchern und einigen Schulungen bei Video-Profis, wo mir der Einsatz des Camcorders und die Licht- und Tongestaltung vermittelt wurde. Das hat mich bisher im Laufe der Jahre stolze 800-1000 € an Gebühren gekostet - aber ich bin bis heute davon überzeugt, dass die Kurse jeden Cent wert waren. Ebenfalls habe ich Kurse beim Hersteller meiner Schnittsoftware belegt und weiß heute viel mehr, als die Handbücher verraten. Ich weiß, dass diesen Weg nicht sehr viele gehen und das hängt auch immer mit dem eigenen Anspruch zusammen - und nicht zuletzt mit dem lieben Geld. Aber was nutzt mir ein 3000€ Camcorder, wenn ich nur 10% der Funktionen nutze oder verstehe - als Statusobjekt taugt er sicher nicht.

    Es gibt diese Anekdote, die Helmut Newton zugeschrieben wird: Der Meister kam in ein feines Restaurant, der Koch hörte davon und begrüßte den Fotografen und sagte: “Ich bewundere Ihre Fotografie, was müssen Sie für eine tolle Kamera haben.” Nach dem Essen ließ Newton den Koch zu sich rufen und meinte: “Hervorragendes Essen, das hat mir sehr geschmeckt, Sie müssen großartige Töpfe haben!”

    Viele Grüße,
    Torsten

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