Ergebnis 1 bis 7 von 7
  1. #1
    Gelegentlicher Nutzer
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    Wie lange wird FullHD noch Standard für die Videoausgabe bleiben?

    Als alter "Tonmensch" kann ich mich noch gut erinnern, wie seinerzeit die Vinylschallplatte von der CD abgelöst wurde. Der Unterschied war ein Quantensprung und auch für jeden hörbar. Sämtliche Versuche der Industrie aber, einen der CD nochmal überlegenen Standard zu etablieren, scheiterten. Warum? Weil die CD schon klang "wie das Original". Irgend welche nicht hörbaren Feinheiten interessierten den Endverbraucher einfach nicht.

    Ähnlich verhält es sich im Videosektor mit dem Sprung von SD auf HD bzw. FullHD. Der Unterschied ist deutlich sichtbar - ebenfalls ein Quantensprung.

    Ich produziere Videos, die fast ausschließlich für die Verwendung im Internet gedacht sind. Angeschaut werden sie zum größten Teil auf Smartphones, Tablets, Notebooks und Computermonitoren. Da ist FullHD mehr als ausreichend. Vor Kurzem konnte ich einen meiner Filme auch bei einer Veranstaltung auf einer großen Leinwand sehen. Die Qualität war gut und den Leuten hat's gefallen. Ich bezweifle, daß es mir irgend was gebracht hätte, wenn das Format statt FullHD 4K gewesen wäre.

    Auf meinem 50 Zoll TV-Gerät sehe ich manchmal Produktionen, die visuell wirklich überwältigend daher kommen und erfahre hinterher, daß das sogar nur HD-Produktionen (also 720p) waren. Mit hochwertigen Optiken gefilmt - zugegeben.

    Worauf ich eigentlich hinaus will:
    4K bringt als Produzent für mich eigentlich nur den Vorteil, daß ich mehr "Fleisch" zur Verfügung habe, Bildausschnitte verwenden kann, die mir manchmal eine zweite Kamera ersparen.
    Auf der anderen Seite ist 4K aufwendig bei der Nachbearbeitung und dem Datenaufkommen. Mein jetziger Computer wäre da überfordert. Ich müßte schon erheblich investieren. Auch bei der Anschaffung von neuen Kameras überlege ich, ob es wirklich ein Nachteil ist, wenn z.B. eine Fotokamera "nur" FullHD bietet. Ich sehe das nicht so und ein 4K-Upload bei YouTube ist ein nettes Feature aber auf einem kleinen Display wirklich nicht notwendig.

    Ich schlage nochmal die Brücke zur Musikindustrie. Der größte Teil der Musik wird heute übers Internet als MP3s gestreamt und das liegt qualitätsmäßig unter dem CD-Standard, der aus dem Jahr 1983 stammt. Keiner beschwert sich darüber.

    Was sagt uns das?

    Ich freue mich über kritische Reflexionen zu diesem Thema!

  2. #2
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    Das ist halt eine Frage deines Anspruchs.
    Ich kann dir nur sagen, dass viele YouTube 4k Aufnahmen selbst auf einem Tablet besser aussehen als HD-Aufnahmen.
    Am PC oder TV sehen sie um so besser aus (natürlich nur wenn sie gut gemacht sind).
    Du kannst das ja auch selber ganz schnell überprüfen, indem du beim Betrachten eines guten 4k YouTube-Videos von HD auf 4k umstellst (oder umgekehrt).
    Von daher würde ich nicht wieder auf HD zurück wollen und lade auch alles in 4k hoch.
    Gruß

    Hans-Jürgen

  3. #3
    Foren-Profi Avatar von wabu
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    Ich filme in 4K und gebe in FHD aus. Manchmal nutze ich das "Fleisch" um Ausschnitte zu korrigieren oder seltener für ein wenig pan/zoom.
    Für mich ist der visuelle Unterschied nicht erkennbar. Einzige Ausnahme bei einem Treffen: 4K workflow und über Beamer angesehen und den für mich normalen Betrachtungsabstand halbiert - da ja wow...
    In meinem Bekanntenkreis habe ich jemanden der wav und mp3 sofort hört - aber er sagt selber das es wohl nur 5% der Menschen kann.
    man lernt nie aus...

  4. #4
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    Zitat Zitat von pragmatiker Beitrag anzeigen
    Ich produziere Videos, die fast ausschließlich für die Verwendung im Internet gedacht sind. Angeschaut werden sie zum größten Teil auf Smartphones, Tablets, Notebooks und Computermonitoren. Da ist FullHD mehr als ausreichend.
    Als "Pragmatiker" schätze ich mich eigentlich auch ein, daher erlaube ich mir entsprechende Anmerkungen:

    Ich habe seit geraumer Zeit einen UHD-Computermonitor - und das ist bisher das einzige Gerät, auf dem ich im Alltag den Unterschied zwischen HD und UHD sehen kann. Ist auch irgendwie logisch: Man sitzt ja ziemlich nah vor dem Computermonitor, also das Verhältnis aus Betrachtungabstand und Monitorgröße ist hier relativ ausgewogen.
    Das ist jetzt nicht so, dass ich beim Anschauen von HD-Videos gleich einen Weinkrampf kriege. Aber UHD ist hier zumindest ein sichtbarer Vorteil, weil damit auch Fullscreen-Videos genausso scharf sind wie Schriften, Fotos und anderen Sachen.

    Das gilt allerdings nur für stationäre Monitore >20". Smartphones und Tablets, selbst wenn sie eigentlich hohe Auflösungen bieten, dürften zu klein sein für einen echten Vorteil von UHD beim Filmeschauen. Bei Notebooks könnte es evtl. einen Vorteil geben; kommt immer auf die Größe an.

    An meinem Fernseher sehe ich vom Sofa aus noch nicht mal einen Unterschied zwischen 720er und 1080er-Auflösung. Da wüsste ich nicht, wozu ich Filme in UHD bräuchte - es sei denn, der Fernseher wäre wandfüllend groß.
    Das heißt übrigens nicht, dass ich UHD-Fernseher technisch für sinnlos halte. Wenn man sie als Monitore fürs Internetsurfen benutzt oder Fotos drauf anschaut, geht man vielleicht auch mal näher ran und schaut sich Details an. Dafür ist die UHD-Auflösung dann nützlich. Aber Filme, die man doch zu 99 % im Sitzen anschaut, müssen deswegen noch lange nicht UHD-Auflösung haben, nur weil der Fernseher es kann.

    Im Kino reicht mir die gebotene 2k-Auflösung normalerweise auch aus - mit einer Ausnahme: Filme im Scope-Format können schon etwas unscharf wirken, wenn man in einer der vorderen Reihen sitzt. Da wünscht man sich dann 4k. Im Gegensatz zum Fernseher bekommt man das Scope-Format im Kino ja nicht mit schwarzen Balken, sondern auf volle Bildhöhe aufgezoomt.
    Andererseits setzen sich Leute, die auf Qualität achten, im Kino ohnehin nicht in die vordersten Reihen. ;)

    Mein Fazit: Für Kino ist der Vorteil von 4k gering, für Filme auf dem Fernseher spielt UHD im Grunde gar keine sinnvolle Rolle. Wenn UHD/4k überhaupt irgendwo einen sichtbaren Vorteil bringt, dann für Internetvideos.
    Die Frage ist, wieviele Nutzer von größeren UHD-Computermonitoren es bereits gibt - und ob man wegen denen den Mehraufwand für UHD treiben mag.

  5. #5
    Foren-Profi Avatar von Jan
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    4K spielt für die Mehrheit der Kundschaft keine Rolle, es wird mitgenommen, wenn es eingebaut ist. Es gibt eher wenige Kunden, denen eine 4K-Videofunktion wirklich wichtig ist, der Masse reicht FHD. Beim TV ist das ähnlich, vor sechs Jahren hat ein Samsung 40" FHD TV noch 600€ gekostet, aktuell bekommt man für den gleichen Preis einen 55" 4K-TV von der gleichen Firma. Wenn das Budget eben so hoch ist, kauft man ein 4K-Gerät. Einigen Kunden ist das schon bewusst, dass man bei dem schlechten Fernseh-Signal davon nichts sehen wird, aber das ist dann egal.
    Geändert von Jan (30.12.2018 um 20:15 Uhr)

  6. #6
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    Genau das ist der Punkt. Das alte SD war so unzureichend, da wünschte sich jeder ein besseres Bild, mehr Schärfe, mehr Details, lebendigere Farben usw. Dann kam FullHD und lieferte all das. Ich muss zugeben, daß ich auf meinem FullHD TV bei manch hochwertiger HD-Produktion immer noch "geflasht" bin und einen Wow-Effekt erlebe.

    Jetzt kommt 4K (oder ist schon da) und bietet eben noch etwas schärfer, noch etwas besser, was ich aber nur im unmittelbaren A/B Vergleich wirklich wahrnehmen würde. Die Industrie möchte natürlich 4K vorantreiben, um ihre Produkte zu verkaufen, verkennt dabei aber den Trend vor allem bei jungen Leuten, Video immer mehr mobil zu konsumieren. Ich seh's an meinen Kindern. Da beklagt sich keiner über ein "schlechtes" Bild und schreit nach 4K.

  7. #7
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    Zitat Zitat von pragmatiker Beitrag anzeigen
    Genau das ist der Punkt. Das alte SD war so unzureichend, da wünschte sich jeder ein besseres Bild, mehr Schärfe, mehr Details, lebendigere Farben usw. Dann kam FullHD und lieferte all das. Ich muss zugeben, daß ich auf meinem FullHD TV bei manch hochwertiger HD-Produktion immer noch "geflasht" bin und einen Wow-Effekt erlebe.

    Jetzt kommt 4K (oder ist schon da) und bietet eben noch etwas schärfer, noch etwas besser, was ich aber nur im unmittelbaren A/B Vergleich wirklich wahrnehmen würde. Die Industrie möchte natürlich 4K vorantreiben, um ihre Produkte zu verkaufen, verkennt dabei aber den Trend vor allem bei jungen Leuten, Video immer mehr mobil zu konsumieren. Ich seh's an meinen Kindern. Da beklagt sich keiner über ein "schlechtes" Bild und schreit nach 4K.
    Absolut richtig !!

    Außerdem muß man bei 4K-Aufnahmen doch einges Anders machen, als bei FHD.
    z.B. Schwenks

    Lg, Helmut
    Seit 1966 im IT-Bereich tätig, Programmmierung, EDV-Leitung, Systemprogrammierung, seit 1972 eigenes Unternehmen.
    Seit über 20 Jahren im Bereich Videoschnitt tätig,
    Schulungszentrum für Videoschnitt mit Pinnacle/Avid .
    Jetzt bin ich im Ruhestand. Forum : forum.pinnacle-studio.help

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