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  1. #1
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    Wieso können Videoschnittprogramme oft nur wenige Formate öffnen?

    Obwohl ich schon viele Jahre immer wieder ein wenig Videoschnitt mache und mit den Funktionen ansich gut klar komme, habe ich eine grundlegende Frage.

    Egal, welche Videoschnittsoftware ich bisher verwendet habe, es waren immer Diven, was die einzulesenden Formate angeht.

    Nach meiner Auffassung ist ein Videoplayer (MPC, VLC usw.) nichts weiter als eine sehr rudimentäre Videobearbeitungssoftware.

    Das Video wird im Player geöffnet und nun kann man (je nach Player) verschiedene Bild- und Tonfilter auf das Video anwenden. Bei manchen Playern ist auch ein Export in ein anderes Videoformat möglich und einiges mehr.

    Eine Videoschnittsoftware ist eigentlich auch ein Player, aber mit einer Vielzahl an weiteren Bearbeitungsmöglichkeiten. Es gibt frei beschickbare Video- und Tonspuren, Überblendeffekte, umfangreiche Tonbearbeitung usw.

    Videoplayer:
    Ist ein Codec im System vorhanden, kann das Video geöffnet werden. Völlig egal, welches Format, ist der Codec vorhanden, wird das Video meist anstandslos eingelesen. Das gilt auch für Container wie AVI oder MKV.

    Videoschnittsoftware: Extrem wählerisch. Zahlreiche Formate werden gar nicht unterstützt. Containerformate machen Probleme. Man muss oft mühsam die Ursprungsdatei vorher wandeln.

    Daher meine Frage:

    Kann mir bitte jemand kurz erläutern, wieso Videoschnittprogramme (zumindest die im preiswerten und gehobenen Bereich) solche Diven sind, wenn es um das Einlesen von Videos geht?

    Danke im Voraus.

  2. #2
    Foren-Profi Avatar von wabu
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    Weil ein Videoschnittprogramm kein Videoplayer ist
    man lernt nie aus...

  3. #3
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    Zitat Zitat von wabu Beitrag anzeigen
    Weil ein Videoschnittprogramm kein Videoplayer ist
    Wow! Polemik in einem Forum. Das ist ganz was Neues! Danke sehr.

    ---

    Nachtrag.

    Wo ist denn bitte in der grundlegenden Funktion der Unterschied?

    Ich kann im MPC Phase für Phase vorwärts und rückwärts durchklicken. Es ist also nichts weiter als eine Videospur, die nur nicht gesondert in einer Timeline dargestellt wird. Eine Timeline ist schlicht nicht notwendig.

    Natürlich ist ein Videoschnittprogramm auch als Player verwendbar. Es macht natürlich niemand, weil es mit Kanonen auf Spatzen geschossen wäre und weil das Vorschaubild zumeist nicht die vollwertige Qualität liefert.

    Meine Frage bleibt also: Wieso diese Mäkeligkeit hinsichtlich der einlesbaren Videoformate bei einer Videoschnittsoftware?
    Geändert von chronoc (18.09.2018 um 23:35 Uhr)

  4. #4
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    Zitat Zitat von chronoc Beitrag anzeigen
    Wieso diese Mäkeligkeit hinsichtlich der einlesbaren Videoformate bei einer Videoschnittsoftware?
    Kann es sein, dass du irgendwelche exotischen Formate bearbeiten möchtest, die eigentlich eher als Endprodukt für einen Player gedacht sind und nicht für die Aufnahme? Ansonsten sollten doch selbst Einsteigerprogramme alles abdecken, was Kameras liefern - abgesehen natürlich von professionellen Formaten, mit denen ein Hobbyfilmer sowieso nicht in Kontakt kommt.

    Konkret gefragt: Die Unterstützung für welche Formate oder Container vermisst du in welchen Schnittprogrammen?

  5. #5
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    Zitat Zitat von chronoc Beitrag anzeigen
    Videoplayer: Ist ein Codec im System vorhanden, kann das Video geöffnet werden. Völlig egal, welches Format, ist der Codec vorhanden, wird das Video meist anstandslos eingelesen. Das gilt auch für Container wie AVI oder MKV.
    Wenn ich richtig informiert bin, bringen MPC, VLC usw. ihren "eigenen" Codecpack (libavcodec) mit.
    Dieser ist im "Player" implementiert und steht nicht dem System bzw. anderer Software zur Verfügung.

    Hersteller von kostenpflichtiger Software, werden schon aus lizenzrechtlichen Gründen, keinen dieser freien Codecpack implementieren.

  6. #6
    Foren-Profi Avatar von wabu
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    Natürlich ist ein Videoschnittprogramm auch als Player verwendbar. Es macht natürlich niemand, weil es mit Kanonen auf Spatzen geschossen wäre und weil das Vorschaubild zumeist nicht die vollwertige Qualität liefert.

    Das ist ja schon eine Erklärung: Das Schnittprogramm spielt nicht (einfach) ab sondern liefert eine Interpretatin des Bildes. Sonst wäre ein Vorschau auf Effekte nicht möglich.
    man lernt nie aus...

  7. #7
    VIDEOAKTIV-Moderator Avatar von Joachim Sauer
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    Ganz prinzipiell gibt es zwischen einem Videoplayer und einer Schnittsoftware eigentlich nur geringe Unterschiede - der Teufel steckt jedoch im Detail: Eine Videoschnittsoftware muss nicht nur einen Stream, sondern mehrere wiedergeben können. Der Player muss den Stream nur wiedergeben und so Bild für Bild abspielen - das macht das dekodieren deutlich leichter. Bei der Schnittsoftware hat man dagegen die Erwartung, dass jedes Einzelbild (schnell!) erreichbar ist. Da in einem MPEG/AVC/H.264 und noch viel mehr bei H.265 die Einzelbilder nur durch die Interpretation der gesamten Bildgruppe (GOP) angezeigt werden können, ist das eine Frage der Leistungsfähigkeit des Codecs wie schnell dies geht. Entsprechend integrieren die Schnittprogramm-Hersteller Codec-Packs, die genau dies sicherstellen sollen. Hersteller dafür wären zum Beispiel Nablet oder MainConcept.
    Tatsächlich haben die Schnittprogramm-Hersteller (Codec-Anbieter) enorme Schwierigkeiten jedes Format schnell zu integrieren, das sich die Camcorder-Hersteller überlegen. Zwar setzen (fast) alle auf den selben Codec (H.264/H.265) doch die Unterschiede in den Parametern sind groß. So gibt es innerhalb eines Formats extrem viele Variationsmöglichkeiten. Setzt man diese vielen verschiedenen Formate einer Playersoftware vor, stellt man schnell fest, dass auch diese immer mal wieder streikt.
    Geändert von Joachim Sauer (19.09.2018 um 10:34 Uhr)
    Viele Grüße
    Joachim Sauer

    Wir freuen uns, wenn Ihr unser Portal videoaktiv.de besucht und natürlich unseren YouTube-Kanal mit jeder Woche interessanten Videos abonniert.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Bernd E. Beitrag anzeigen
    Kann es sein, dass du irgendwelche exotischen Formate bearbeiten möchtest, die eigentlich eher als Endprodukt für einen Player gedacht sind und nicht für die Aufnahme? Ansonsten sollten doch selbst Einsteigerprogramme alles abdecken, was Kameras liefern - abgesehen natürlich von professionellen Formaten, mit denen ein Hobbyfilmer sowieso nicht in Kontakt kommt.

    Konkret gefragt: Die Unterstützung für welche Formate oder Container vermisst du in welchen Schnittprogrammen?
    Du hast natürlich Recht.

    Ich habe diese Aussage in meinem Starttext leider vergessen. Mir ist klar, dass eine Videoschnittsoftware besonders dafür da ist, um die originalen Quelldaten einer Videokamera direkt zu bearbeiten.

    Nur wird es dann, wenn man keine originalen Quelldaten für das Projekt benötigt ODER fremde Videoelemente in das Projekt einfließen lassen möchte, deutlich schwerer.

    Ich habe beispielsweise mehrere CDs und DVDs voll mit alten Urlaubsvideos meiner Eltern. Sogar Digitalisierungen alter Schmalspurfilme. Da ist alles mögliche dabei. AVI, MP4, MKV, MOV ... teilweise auch alte Videoschnipsel von frühen Kamerahandys.

    --------

    Ist meine laienhafte Ansicht also falsch?

    Videodatei: Einzelbildanimation ohne oder mit einer bzw. mehreren Tonspuren

    Wenn man davon ausgeht, dass es immer darum geht, die Einzelbilder so schnell nacheinander ablaufen zu lassen, das die Illusion von Bewegung entsteht (So flüssig wie möglich, für menschliche Auge flüssig ab 24 FPS), sind alle Videoformate im Kern identisch, oder?

    Das jeweilige Video-Format bringt zusätzliche Informationen oder Möglichkeiten mit. (maximale Bildauflösung, Bildraten, EXIF usw.)

    Ich verstehe also (noch) nicht so ganz, wieso ich in eine Videoschnittsoftware keine beliebigen Videodaten einfügen kann. Probleme hinsichtlich unterschiedlicher Auflösung, Framerate usw. könnten stets damit umgangen werden, das man entweder eine Videodatei als Projektreferenz angibt oder das Projekt selbst alle Vorgaben liefert. Natürlich wird dann die Framerate und die Auflösung der unterschiedlichen, eingefügten Videodateien zwangsweise angepasst, was durchaus zu Darstellungsveränderungen führen kann, was aber dann nicht zu vermeiden ist. Auch der Ton, der ja weiterhin synchron zum Film sein sollte, wird dann zwangsweise verändert,wenn sich die Bildrate ändert. Er wird also schneller oder langsamer abgespielt.

    --------

    Joachim Sauer hat weiter unten etwas sehr interessantes geschrieben, was ich mir jetzt mal in Ruhe durchlesen werde. Vielleicht sehe ich dann klarer.
    Geändert von chronoc (19.09.2018 um 13:15 Uhr)

  9. #9
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    Ich hatte ganz oben (war nicht polemisch gemeint) darauf verwiesen dass das zwei Welten sind. Wenn das Schnittprogramm die Datei nicht lesen kann - dann kommt es nicht weiter. Es werden eben dafür die Codecs gebraucht.

    Mit den alten Dateien sehe ich keine wirklichen Probleme. Solche Dateien habe ich schon zu Haufe verarbeitet - auch die vob von DVDs.
    Es gab aber (und auch heutzutage) sogenannte Spasscams die eine sehr eigenen Codec haben - um Lizenzgebühren zu sparen.
    Zur Not gibt es Prgramme wie z. B. xMediaRecode mit denen Dateien in gängige Formate gewandelt werden können.
    Eine andere, etas cräge Lösung: Auf dem Rechner solche Dateien abspielen und mit einem Schnittprogramm u.ä. vom Bildschirm aufnehmen
    man lernt nie aus...

  10. #10
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    Früher gab es auch Digitalkameras (Foto) die Videos mit MJPEG-Komprimierung aufnahmen.
    MJPEG kann man meist nicht mehr auswählen.
    Auf einem alten Win7-PC habe ich zu Corel Video Studio X9 zusätzlich ffdshow64 installiert.
    Dadurch war dann auch in Video Studio MJPEG bearbeitbar.

  11. #11
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    Erst einmal danke für die Erklärungen.

    Zitat Zitat von Joachim Sauer Beitrag anzeigen
    Ganz prinzipiell gibt es zwischen einem Videoplayer und einer Schnittsoftware eigentlich nur geringe Unterschiede - der Teufel steckt jedoch im Detail: Eine Videoschnittsoftware muss nicht nur einen Stream, sondern mehrere wiedergeben können. Der Player muss den Stream nur wiedergeben und so Bild für Bild abspielen - das macht das dekodieren deutlich leichter.
    Bei der Schnittsoftware hat man dagegen die Erwartung, dass jedes Einzelbild (schnell!) erreichbar ist. Da in einem MPEG/AVC/H.264 und noch viel mehr bei H.265 die Einzelbilder nur durch die Interpretation der gesamten Bildgruppe (GOP) angezeigt werden können, ist das eine Frage der Leistungsfähigkeit des Codecs wie schnell dies geht. Entsprechend integrieren die Schnittprogramm-Hersteller Codec-Packs, die genau dies sicherstellen sollen.
    Ich als Laie habe mir den Import einer Videodatei in ein Schnittprogramm bisher immer so vorgestellt:

    Datei wird eingelesen. Viele Schnittprogramme haben dafür Medienbibliotheken, damit man auf importierte Dateien schneller zugreifen kann. Sobald man die Datei in die Timeline packt, wird sie automatisch vollständig dekodiert. Ich nahm immer an, dass das teils recht zeitaufwändige Berechnen der vielen Thumbnails und der Darstellung der Audiospur genau das bedeutet. Die Datei ist nun komplett dekodiert und liegt quasi als reine Einzelbildfolge (mit Ton) im Arbeitsspeicher. Aus dem Grund braucht man ja beim Videoschnitt so viel RAM. Eine Dekodierung ist nun nicht mehr nötig. Jedes Einzelbild ist schnell erreichbar.

    Falls das so stimmt, wieso macht man sich dann solche Gedanken über eine möglichst schnelle Dekodierung? Wieso überlässt man es nicht dem Nutzer, ob er auf seine decodierten Daten etwas warten mag oder nicht?

    Ich persönlich könnte damit leben, dass die Dekodierung, wenn ich sie in die Timeline setze, etwas dauert. Dafür kann ich aber fast alle Videoformate einlesen, wie ich es von einem Videoplayer kenne.

    Wer eine schnelle Dekodierung haben möchte, muss dann ausschließlich Videodaten liefern, für die der Softwareanbieter die Spezialcodecs liefert. Das wären dann die Codecs für die originalen Quelldaten der Videokameras.

    ---------------

    Was ich natürlich nachvollziehen kann, sind einige rechtliche Probleme. Beispielsweise, dass man nicht so ohne weiteres eine Kauf-DVD in die Timeline dekodieren kann oder dass die Videoschnittsoftware keinen DTS-Ton einlesen kann.
    Geändert von chronoc (21.09.2018 um 00:14 Uhr)

  12. #12
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    Zitat Zitat von wabu Beitrag anzeigen
    Mit den alten Dateien sehe ich keine wirklichen Probleme. Solche Dateien habe ich schon zu Haufe verarbeitet - auch die vob von DVDs.
    Und ich habe da leider massive Probleme. Viele AVIs werden nicht geöffnet, viele MP4 werden nicht geöffnet usw. Nur einige wenige werden anstandslos angenommen.

    Das Abspielen der Dateien in Playern ist übrigens einwandfrei. Soll heißen, die Dateien sind nicht in irgendeiner Form defekt. Es gibt beim Abspielen keine Macken, kurzzeitig zerhacktes Bild oder sonst etwas.

    Zur Not gibt es Prgramme wie z. B. xMediaRecode mit denen Dateien in gängige Formate gewandelt werden können.
    Eine andere, etas cräge Lösung: Auf dem Rechner solche Dateien abspielen und mit einem Schnittprogramm u.ä. vom Bildschirm aufnehmen
    XMediaRecode kenne ich und genau damit wandle ich derzeit mühsam die Dateien, um sie dem Schnittprogramm gefällig zu machen.

    Das mag ja manchmal annehmbar sein, bei so vielen Videos allerdings, nervt es sehr.

    Die Möglichkeit der Bildschirmaufnahme ist allerdings interessant! Darauf bin ich noch gar nicht gekommen. Vielleicht wäre das zumindest manchmal eine Notlösung.

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