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Profi Editor/Cutter??

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    Profi Editor/Cutter??

    Hallo allerseits,

    sind hier auch Profis aktiv? Mich würde interessieren, ob es theoretisch heutzutage noch irgendwie machbar ist zum Cutter umzuschulen, wenn man bisher was ganz anderes gemacht hat und Anfänger ist? Und wie am besten? Gibt es hier nebenberufliche Weiterbildungen? Sommerkurse an Unis? Sich selbst beibringen? Mit welcher Software am besten anfangen?


    Mit cineastischen Grüßen
    Mz.

    #2
    Die Branche ist sehr eng geworden und Festanstellungen für Quereinsteiger sehr selten. Auf der anderen Seite gibt es wohl kaum eine Branche die so aufgeschlossen Quereinsteigern gegenübersteht. Wobei man sich dann meist als Freelancer durchschlagen muss.
    Prinzipiell gibt es natürlich immer Kurse - auf Profiniveau wird es dann aber dünn. Nicht zuletzt deshalb weil man das nicht mal eben in einem Sommerkurs lernen kann. Eine Ausbildung dazu wäre der Mediengestalter Bild/Ton, ein Studium bietet beispielsweise SAE (www.sae.edu/de) an. In Profikreisen ist derzeit immer noch Avid MediaComposer und Adobe Premiere Pro CC, sowie in Ansätzen Grass Valley Edius angesagt.
    Viele Grüße
    Joachim Sauer

    Wir freuen uns, wenn Ihr unser Portal videoaktiv.de besucht und natürlich unseren YouTube-Kanal mit jeder Woche interessanten Videos abonniert.

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      #3
      Zitat von Joachim Sauer Beitrag anzeigen
      In Profikreisen ist derzeit immer noch Avid MediaComposer und Adobe Premiere Pro CC, sowie in Ansätzen Grass Valley Edius angesagt.
      Ich würde dieser Liste noch die Mac-Software Final Cut Pro X hinzufügen, die sich zu einem ernstzunehmenden Werkzeug gemausert hat und unter anderem überall dort ihre Stärken ausspielt, wo es auf Materialorganisation und zeiteffizientes Arbeiten ankommt - beides ist essentiell im professionellen Bereich.
      Ihre Philosophie weicht allerdings von der anderer Schnittprogramme ab, und wer zukünftig als Cutter arbeiten möchte, der ist gut beraten, sich damit vertraut zu machen. Bei den Jobangeboten, die mir in letzter Zeit begegnet sind, war jedenfalls die Beherrschung von FCPX und Premiere die Einstellungsvoraussetzung. Zusätzliche Avid-Kenntnisse schaden nicht, und auch mit After Effects, der Compositingsoftware von Adobe, umgehen zu können, ist sicher ein Pluspunkt.

      Kommentar


        #4
        Danke.

        Hallo,
        danke für die Tipps.

        Die Kurse waren auch nur als Einstieg gemeint. Keine Rede davon, dass jemand nach ein paar Wochen Vollprofi sein soll. Meist hat jemand der schon im Beruf ist ja leider nicht die Möglihkeit eine neue Vollzeit-Ausbildung zu machen bei der dann nicht nur das Einkommen fehlt sondern zusätzlich noch eine Schule/Uni bezahlt finanziert werden muss… Und im englisch-sprachigen Ausland viele Unis Sommerkurse an. Hätte ja sein können, dass es hier einen Einstieg gibt. Habe aber bisher im Netz nichts finden können.
        Wenn SAE etwas berufsbegleitend abends anbieten würde, wär es eine tolle Option. Auf der Website steht leider aber nichts davon.

        Beste Grüße
        Mz.

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          #5
          Auch wenn deine Frage schon ein paar Monate alt, vielleicht bist du ja immer noch am überlegen ob ein Einstieg als Cutter für dich das richtige ist.

          Ich habe es vor zehn Jahren genauso gemacht wie du und kann dir deshalb auf jeden Fall ein paar Dinge erzählen. Bevor ich ausführlicher werde hier ein paar Punkte über die du dir Gedanken machen solltest bevor du eine Ausbildung / Schulung / Seminar oder ähnliches anfängst:

          - Was willst du schneiden? (Nachrichten, Serien, Film, Werbung, Magazinbeiträge, Online Videos, Musikvideos etc.)
          - Wo willst du schneiden? (In Großstädten Köln, Berlin, München ist eher weniger problematisch Arbeit/Aufträge zu finden, wenn du aber in einer Kleinstadt oder auf dem Land wohnst musst du vielleicht umziehen oder lange pendeln.)
          - Ist Selbstständigkeit/Freiberuflichkeit eine Option für dich? (Festanstellungen gibt es nur noch sehr selten und wenn dann sind die auf befristet.)
          - Wie alt bist du? (Im Medienbereich arbeiten so viele junge Menschen, es kann durchaus anstrengend und kräfteraubend sein Anweisungen und Befehle von Leuten entgegen nehmen zu müssen, die halb so alt sind wie man selbst und dazu noch völlig unerfahren sind und keine Erfahrung im Job noch im Leben haben)
          - Willst du wirklich dein Hobby als Beruf haben? (Wenn du jetzt in deiner Freizeit gern schneidest, kann es sein, dass du dir mit dem Beruf dein Hobby kaputt machst)
          - Wird es den Beruf noch so lange in dieser Art geben? (Das schneiden kann man sich selbst relativ schnell und einfach beibringen, wenn man sich ansieht was Heutzutage 13 oder 14-jährige Youtuber filmen und selbst schneiden, dass ist schon ziemlich beeindruckend.)


          Um jetzt nicht alles schlecht zu reden, mal ein paar positive Dinge, der Beruf kann auch mal sehr gemütlich oder auch lukrativ sein und genauso kann es auch richtig Spaß machen. Man muss auch sagen, es ist je nachdem wie lernwillig man ist und wie weit man schon schneidet auch relativ einfach.
          Lasse dich auf jeden Fall nicht von frustrierten Leuten aus diesem Beruf einschüchtern oder es schlecht reden lassen. Was mich ein wenig stört, ist, dass eine gewisse Mentalität im Medienbereich herrscht, dass Leuten sich selbst und ihre Arbeit oftmals für das Nonplusultra halten, also für Götter, aber alles was andere Leute machen ist nichts vernünftiges. Von diesen Personen gibt es leider sehr viele in der Branche.


          Zur Auflockerung mal kurz zu meiner Person. Ich habe mit 25 als Quereinsteiger eine der so genannten Hochschulen/Akademien/Private Uni absolviert, habe 10.000 Euro in die Ausbildung investiert (ohne Wohnung und Lebenskosten) und ein Jahr lang einen Ausbildung zum Cutter gemacht. Ziel war es beim Fernsehen zu arbeiten. Nach dem Kurs haben so gut wie alle aus der Gruppe/Klasse erstmal ein längeres Praktikum absolviert, wie das jetzt ist weiß ich nicht, da es damals natürlich noch keinen Mindestlohn gab. Danach habe ich dann ein paar Jahre freiberuflich gearbeitet, was mir aber nicht wirklich zugesagt hat, man muss sehr hohe Tagesätze/Stundenlöhne verlangen um davon durchschnittlich leben zu können. Falls man sich einen Schnittplatz anschafft, hat man immense Kosten und auf die horrenden Steuervorauszahlung, Nachzahlungen und den Verwaltungsaufwand hatte ich keine Lust mehr.


          Viele Medienfirmen/Produktionsfirmen arbeiten mit Freiberuflern, weil die erstens länger als 10 Stunden am Stück arbeiten können und man sie nicht bezahlen muss, wenn es nichts zu arbeiten gibt. Wenn man angestellt wird, dann oftmals nur befristet für ein Jahr, danach wird unter umständen auf sechs Monate verlängert und danach noch einmal um sechs Monate, dann ist aber Schluss, weil danach dürfen die Firmen den Vertrag nicht mehr verlängern, weil sie dich fest anstellen müssen. Da viele Firmen das Risiko nicht eingehen wollen, suchen sie sich lieber neue Cutter um diese befristet einstellen zu können. Das mag als junger Mensch völlig egal sein, aber wenn man mal älter wird, Kinder hat, etwas abbezahlen muss, fühlt man sich irgendwie schlecht dabei. Ein kleiner Nebeneffekt ist, dass man mit einem solchen befristeten Arbeitsvertrag nur sehr schwer eine Wohnung in einer belebten Großstadt bekommt.

          Danach habe ich ein paar Jahre bei großen deutschen TV Sendern (öffentlich rechtlich und privat) gearbeitet. Ich habe dort verschiedene Stellen gehabt z.B: im Trailer-Schnitt, Magazin-Schnitt, Nachrichten-Schnitt, Sport-Schnitt und Tierfilm-Schnitt.

          Falls du weiter mit dem Gedanken spielst ein Videoeditor/Filmeditor/Cutter zu werden, ist die Eigenschaft ganz hilfreich nützliches und wichtiges von weniger wichtigem und unnützem zu unterscheiden. In meiner Zeit der Ausbildung gab es einige stolze Dozenten (später dann auch Kollegen oder sogar Vorgesetzte), denen es nicht gepasst hast, dass manche junge Studenten technisch und kreativ fast auf einem Level mit ihnen selbst waren, dass mussten sie dann mit tonnenweise Fachwissen und technischen Äußerungen kompensieren, die für den Beruf eigentlich völlig irrelevant sind. Auch Heutzutage gibt es in dem Beruf noch Verhaltensweisen und gewisse Regeln und jetzt halte dich fest: aus der Zeit als mit Bändern geschnitten wurde. Teilweise arbeiten wir mit Equipment/Übertragungsanlagen/Technik die Hundert Tausende von Euros kostet, nur weil es bestimmte Standards einzuhalten gilt an diese rückschrittliche Denken und Verhalten musste ich mich am meisten gewöhnen.

          Zu den Programmen kann ich nur sagen, dass nach wie vor am aller meisten Avid Media Composer verwendet wird, in Produktionsfirmen sowie bei Fernsehsendern. In den letzten Jahren sind immer wieder Leute auf Adobe Premiere umgestiegen, aber Avid ist auf jeden Fall der Platz Hirsch, auch wenn das Programm in höchstem Maße nicht intuitiv ist. Intuitiv ist in gewisser weise Final Cut, aber dass habe ich nachdem Final Cut Pro X rauskam noch nie irgendwo gesehen. Früher gabe es noch regelmäßig Schnittplätze mit Final Cut Pro 5, 6 und 7.

          Ich hoffe dir etwas geholfen zu haben und falls du noch Fragen hast, beantworte ich diese gerne.

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