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Full-HD Material, jedoch im fragwürdigen Format und nicht renderbar

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  • Full-HD Material, jedoch im fragwürdigen Format und nicht renderbar

    Guten Morgen allerseits,

    um mich kurz vorzustellen:
    Ich bin seit 19 Jahren in der TV-Branche tätig als Kameramann. Früher habe ich Beta-SP Tapes abgeliefert, heute halt Blu-ray‘s.
    Privat schneide ich seit je her aber auch Videos für die Family und Freunde.

    Bisher ging alles ohne jegliche Hilfe, learning by doing.
    Nun jedoch, bräuchte ich doch mal Hilfe aus der Community…

    Ich habe aktuell HD Material vorliegen im MP4 Format in 16-9, 1080-50i, Upper Field, Variabler Bitrate 17-24k und Audiospur in 48.000kHz, 160kBit Dolby.
    Ich nutze Sony Vegas 13 Pro für den Schnitt.

    Das Ganze möchte ich gerne auch wieder in MP4 rendern, im x264 AVC/AAC Codec.

    Problem:
    Die Halbbilder sind immer verschoben, quasi als ob man in „Upper Field“ dreht und später in „Under Field“ rendert, was zu einem Versatz und völligem Geruckel führt.
    Progressive Scan und/oder 50-60fps (Double-PAL) bei Vollbild bringen da kaum Besserung.

    Ich verstehe einfach nicht, wieso das Basis Material mit 50 Halbbildern, oberes Halbbild zuerst, genauso nach Einstellung wieder raus gerendert, ein völlig zermatschtes Ergebnis und die typischen Kamm-Effekte liefert?!

    Der Witz ist:
    Früher habe ich DVD Produktionen in MPEG-2 oder noch älter als VCD gerendert.
    Passe ich dieses (heutige) Standard Main-Concept Preset entsprechend auf 1920x1080, 16:9 etc. an, läuft der Film gerenderter weise wie im Original – also perfekt.

    Aber das kann doch nicht Sinn der Sache sein, einen altmodischen Codec für HD Material zu verwenden, den man überhaupt erstmal von 4:3 auf 16:9 ummodeln muss?

    Für Hilfe und Tipps wäre ich sehr dankbar!

  • #2
    Hast du die Halbbildreihenfolge beim Export mal getauscht?
    Gruß

    Hans-Jürgen

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    • #3
      HandBrake

      Um auszuschliessen, dass es an Vegas 13 liegt:

      Lade Dir doch das FFmpeg-basierte, kostenlose HandBrake herunter und wandle zum Vergleich einmal damit um.
      https://handbrake.fr/downloads.php

      Zur genauen File-Analyse (Text-Ansicht!) eignet sich die Freeware MediaInfo:
      https://sourceforge.net/projects/mediainfo/
      Zuletzt geändert von Skeptiker; 24.03.2018, 13:30.

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      • #4
        Zitat von Hans-Jürgen Beitrag anzeigen
        Hast du die Halbbildreihenfolge beim Export mal getauscht?
        Ja, ich habe inzwischen alle Einstellungen durch und einen Haufen Testsequenzen gerendert, immer mit dem gleichen Ergebnis.

        HandBrake werde ich die Tage testen, danke!

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        • #5
          Wie sehen deine Projekteigenschaften aus?
          Hast du unter "Deinterlace-Verfahren" eventl. auf "Kein" eingestellt?

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          • #6
            So, aaaalso:
            ich habe das Problem ausfindig gemacht.

            Tatsächlich ist das Videomaterial in 720p aufgenommen, also quasi HD-Ready.
            Das würde bedeuten mit Progressive Scan, lustiger Weise jedoch in "unteres Halbbild zuerst", also schon mit 50 Halbbildern/sek.

            Jedoch wurde bereits durch die verwendete Kamera das Material auf 1080i und "oberes Halbbild zuerst" hoch interpoliert.
            Technisch muss ich das nicht verstehen, interessiert wahrscheinlich auch keinen Consumer.

            Im Schnitt ist aber klar, dass Sony Vegas einfach nicht weiß, was es mit dem Format so richtig anfangen soll.

            Ergo:
            Ich habe nun alles im Urformat gerendert. Sprich: 720:50 field order: under.

            Und Siehe da, es läuft absolut perfekt und flüssig auf jeder Art von Bildschirm.
            Teilweise sogar besser als das Originalmaterial in Qualität und Schärfe.
            Dabei hat ein 2 Stunden Film nun ca. 23GB, wobei das Urmaterial in selber Länge knapp 19GB belegt.
            Das liegt jedoch an meiner extra eingestellten höheren Bitrate wegen eingesetzten Filter, Dithering etc..

            Also alles Top,
            jedoch wirklich sehr komisches Ausgansmaterial ;-)
            Zuletzt geändert von trouble; 06.05.2018, 03:00.

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            • #7
              Zitat von trouble Beitrag anzeigen
              Tatsächlich ist das Videomaterial in 720p aufgenommen, also quasi HD-Ready.
              Das würde bedeuten mit Progressive Scan, lustiger Weise jedoch in "unteres Halbbild zuerst", also schon mit 50 Halbbildern/sek.
              Jedoch wurde bereits durch die verwendete Kamera das Material auf 1080i und "oberes Halbbild zuerst" hoch interpoliert.
              Wie soll das alles möglich sein?
              Gruß

              Hans-Jürgen

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              • #8
                Ich verstehe das auch nicht so recht und glaube eher, dass diese komischen Aufnahmen von der Software falsch analysiert werden.
                Vegas ist der Meinung, es wäre 1080i50 Material wärend Handbrake oder auch Premiere es als 720p erkennt. Die Ausflösung entspricht aber 1920x1080.

                Ergibt alles keinen Sinn, jedoch ist das Projekt nun endlich beendet mit einem akzeptablen Ergebnis.

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                • #9
                  Diese Software ermittelt exakt, welcher Art der Clip ist:
                  https://sourceforge.net/projects/mediainfo
                  Alles andere ist Raten.

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                  • #10
                    Zitat von trouble Beitrag anzeigen
                    Tatsächlich ist das Videomaterial in 720p aufgenommen, also quasi HD-Ready...jedoch in "unteres Halbbild zuerst", also schon mit 50 Halbbildern/sek...durch die verwendete Kamera...auf 1080i und "oberes Halbbild zuerst" hoch interpoliert.
                    Aus welcher Kamera stammt dieses mysteriöse Material? "HD ready" ist übrigens eine Bezeichnung bei Fernsehgeräten und hat nichts mit Kameras zu tun. Es steht auch nicht für eine Auflösung von 1280x720.

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                    • #11
                      Zitat von Bernd E. Beitrag anzeigen
                      .. HD ready" ist übrigens eine Bezeichnung bei Fernsehgeräten und hat nichts mit Kameras zu tun. Es steht auch nicht für eine Auflösung von 1280x720.
                      Das Letztere lese ich hier allerdings anders:

                      Unterschied zwischen HDready-Fernsehern und FullHD-Fernsehern

                      https://www.fernseherkaufen.com/unte...hd-fernsehern/

                      (Zitat)
                      Fernsehgeräte, die das HD Ready Symbol tragen, lösen mit einer Vollbild-Auflösung von 1.280 x 720 Bildpunkten auf.
                      .. .. ..
                      Das genannte „Full HD“ steht im Deutschen für „Volle Auflösung“. Dabei steht die begleitende Bezeichnung „1080p“ für eine Auflösung 1.920 x 1.080 Pixeln.
                      (Zitat Ende)

                      Ich weiss, der detaillierte Wikipedia-Artikel relativiert das wieder etwas, aber als Grundregel taugt es doch!
                      Zuletzt geändert von Skeptiker; 08.05.2018, 00:18.

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                      • #12
                        Zitat von Skeptiker Beitrag anzeigen
                        (Zitat) Fernsehgeräte,die das HD Ready Symbol tragen, lösen mit einer Vollbild-Auflösungvon 1.280 x 720 Bildpunkten auf.
                        Da irrt der Autor, denn TV-Geräte mit "HD ready"-Kennzeichnung besitzen meist eine Auflösung von 1366 x 768 Pixel. 720p ist nur die in der Definition festgelegte Mindestauflösung, die ein Fernseher erreichen muss, wenn er - zusammen mit weiteren Kriterien - als "HD ready" durchgehen will.

                        Die verlinkte Seite ist übrigens ein Amazon Affiliate, das dazu dient, Käufer anzulocken und dafür Provision zu kassieren. Inhaltlich bewegen sich diese Seiten fast immer auf einem Niveau, das sie als Informationsquelle untauglich macht. Da wird gern viel Unsinn verzapft, und diese Webseite macht keine Ausnahme: "Die Auflösung von HD-Ready Fernsehern beträgt 720 x 1080 Pixel" steht da zu lesen, und dass man bei FullHD "deutlich mehr Farben wahrnimmt als bei HD ready", wie dort behauptet, halte ich auch für ein Gerücht. Dann doch lieber Wikipedia als so einen Amazon-Affiliate-Blödsinn!

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                        • #13
                          @Bernd E.:

                          Danke für die Hinweise!

                          Das hat man nun davon, wenn man spontan auf den erstbesten Link klickt, der einen anlacht! ;-)

                          Habe noch im Handbuch zu meinem alten "HD ready" (der Ausdruck steht da allerdings nirgends) Beamer von BenQ nachgesehen - da ist in den Spezifikationen tatsächlich von einem LCD Chip mit 1280 x 720 Pixeln (16:9) die Rede.
                          Beim TV-Gerät steht dann aber 1366 x 768 in den technischen Daten.
                          Zuletzt geändert von Skeptiker; 08.05.2018, 11:07.

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                          • #14
                            Diese Gleichsetzung von "HD Ready" und "720p" beruht tatsächlich auf einem Irrtum - genauso wie der Begriff "Full HD" für "1080p". Beide sind aber inzwischen so verbreitet, dass man sie fast schon als Allgemeingut anerkennen muss. Es nutzt ja nichts, wenn nur noch ein paar "Eingeweihte" die korrekten Definitionen kennen. ;)

                            Das fing alles an mit dem EICTA-Siegel "HD Ready" für Fernsehgeräte. Dort wurde, wie hier schon gesagt wurde, eine Mindestauflösung von 720 Zeilen (Vertikalauflösung) festgelegt. Es gab keine konkrete Zahl für die Horizontalauflösung; anfangs waren z. B. auch Plasmaschirme mit nur 1080 horizontalen Pixeln in Gebrauch (das waren dann rechteckige Pixel). Und natürlich hätten auch beliebig höher aufgelöste Fernseher das HD-Ready-Logo tragen dürfen. Die besagten 1366 x 768 waren eine beliebte (aber nicht die einzige) Variante.

                            Bis dahin war auch noch alles klar. Verwirrend wurde es erst, als Fernseher mit 1920 x 1080 Pixeln auf den Markt kamen. Prinzipiell hätten die ja immer noch "HD Ready" heißen dürfen, aber die Hersteller wollten die neue Auflösung aktiv als Feature vermarkten. Da die EICTA nicht rechtzeitig ein neues Label fertig hatte, erfanden einige Hersteller in Eigenregie den Begriff "Full HD". So kam es zu dem Irrtum, Fernseher mit dem schon etablierten Logo "HD Ready" hätten generell eine niedrigere Auflösung.
                            Als die EICTA endlich ihr offizielles erweitertes Label "HD Ready 1080p" vorstellte, war der Zug längst abgefahren. Die Hersteller trauten sich zum Teil gar nicht mehr, das neue Label zu verwenden; da viele technikbegeisterte Käufer bei "HD Ready" an niedrige Auflösung dachten, hätten sie deshalb wohl vom Kauf abgesehen und lieber ein Konkurrenzgerät mit dem inoffiziellen "Full HD" genommen.

                            Marketingtechnisch war "Full HD" ein riesiger Erfolg. Es verbreitete sich rasend schnell - auch und gerade unter Laien, die sonst von der Technik nichts wussten. Ich erinnere mich noch an jede Menge Fragen im Slashcam-Forum, wo jemand einen Camcorder suchte und als einzige Anforderung nennen konnte: "Er muss unbedingt Full-HD haben." Oder wenn man filmend auf der Straße angetroffen wurde, kamen Leute her und zeigten auf die Kamera: "Hat die Full-HD?"

                            Das große Problem mit "Full HD" ist, dass es nirgends standardisiert ist und eigentlich gar nichts aussagt. Deswegen wurde gerade am Anfang viel Schindluder damit getrieben (z. B. auch angebliche Full-HD-Camcorder, die mit niedrigerer Auflösung filmten und intern auf 1080p hochskalierten). Es gibt auch keine Anforderungen an Frameraten und Formatkompatibiliät; die ersten "Full HD"-Fernseher beherrschten z. B. noch kein 1080/24p (von 1080/50p ganz zu schweigen).
                            Am bescheuertsten finde ich, dass man mit einem 1080p-Video auf einem "Full HD"-Fernseher in der Regel nicht mal eine pixelgenaue Wiedergabe kriegt, weil die Fernseher in Standardeinstellung immer noch einen Overscan-Bereich auszoomen.

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                            • #15
                              Zitat von Bernd E. Beitrag anzeigen
                              Da irrt der Autor, denn TV-Geräte mit "HD ready"-Kennzeichnung besitzen meist eine Auflösung von 1366 x 768 Pixel. 720p ist nur die in der Definition festgelegte Mindestauflösung, die ein Fernseher erreichen muss, wenn er - zusammen mit weiteren Kriterien - als "HD ready" durchgehen will.
                              Da hat der Bernd vollkommen Recht...

                              Jemand der angeblich 19 Jahre in der TV-Branche tätig war kennt sich damit eigentlich aus.
                              Wie sehen denn die Media-Info Werte von dem Videorohmaterial aus?
                              Das ist doch der erste Schritt den ich mache wenn ich fremdes Videomaterial bekommen.
                              Daraus leiten sich alle weiteren logischen Schritte ab!

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