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Videobearbeitung: Anforderungen an die Rechner-Hardware

Immer noch stellt der Videoschnitt besonders hohe Anforderungen an den Computer. Wer sich aktuell einen Rechner zum Videoschnitt zusammenbauen oder kaufen will sollte vorher wissen, welche Schnittsoftware zum Einsatz kommt – denn dann kann man die Hardware auf diese teils deutlich unterschiedlichen Anforderungen anpassen. Dabei gilt nahezu immer: nach oben gibt es keine Grenzen. 

Auch wenn die Komprimierung immer besser wird: Dank der gestiegenen Auflösung steigt der Speicherplatzbedarf schnell an. Bei der Bearbeitung von unkomprimierten AVI-Dateien in Full-HD-Auflösung mit 24 Bit pro Pixel und 50p kommen pro Minute 17,4 GB zusammen. Bei AVCHD mit 50 Vollbildern kommt in 5 Minuten ebenfalls bereits 1 Gigabyte Videodaten zusammen. Beides sind Richtwerte die zeigen: je nach verwendetem Codec variiert der Speicherbedarf, er bleibt aber stets sehr hoch. Doch nicht nur die Kapazität ist ein entscheidender Faktor, sondern es hängt vor allem von den Zugriffszeiten bzw. den Umdrehungen pro Minute ab, wie schnell die Dateien geöffnet und Videodateien wiedergegeben werden können. Will man sicherstellen, dass auch aufwändigere Filmprojekte flüssig in der Vorschau laufen, sollte die Festplatte vom Typ SATA III sein und mit 7.200 rpm (Umdrehungen pro Minute) laufen. In Sachen Kapazität gilt: je mehr, desto besser. Auf der großen Festplatte wird das Videoarchiv eingerichtet. Außerdem können dort temporäre und Projektdaten abgelegt werden. Für die Videoarchiv-Festplatte sollte man sich, auch bei einem Notebook, mindestens 600 Gigabyte, besser über ein Terabyte gönnen. Als Ergänzung empfiehlt sich eine SSD, auf der das Betriebssystem sowie die Programme zur Videobearbeitung installiert werden. Leistet man sich die SSD fürs Betriebssystem und die Programme sollte diese mindestens 150 Gigabyte besser 250 Gigabyte Speicherplatz bieten.

Auch der Arbeitsspeicher/RAM wird stark beansprucht. Prinzipiell gilt auch hier: Je mehr Speicher vorhanden ist, desto besser für die Videobearbeitung. Allerdings muss hier auf die verwendete Hard- und Software geschaut werden: Windows 7 32-Bit unterstützt maximal 4 GB. Windows 7 Professional 64-Bit unterstützt bis zu 192 GB RAM. Bei Windows 8 sind es 4 GB in der 32-Bit-Version bzw. 512 GB (Enterprise/Pro) und 128 GB in der 64-Bit-Variante. Für anspruchsvolle Videobearbeitung sollte man allermindestens 8, besser ab 16 GB (für längere Projekte) zur Verfügung haben. Allerdings ist beim Speicherkauf nicht nur die Kapazität wichtig: Sowohl die Taktung als auch die Latenz sind zu beachten, damit das System schnell auf den Arbeitsspeicher zugreifen kann. Je geringer der Latenz-Wert ist, desto geringer fällt die Verzögerung aus. Da ein sehr hoch getakteter RAM mit einer geringen Latenz sehr teuer ist, sollte man aus Preis-Leistungs-Sicht einen vertretbaren Kompromiss finden: Der läge zum Beispiel derzeit bei CL9 auf 1866 MHz. Wer es finanziell stemmen kann, für den sind auch CL7 und 2400 MHz interessant.

Speicherintensive Prozesse gehen auch zulasten der CPU, also dem Prozessor (Computer Procesor Unit). Maßgeblich ist neben der Anzahl der Kerne (vier bis zwölf) und der Taktfrequenz (2,4 – 3,8 GHz) vor allem der Speichercontroller: Dieser sollte über vier Kanäle verfügen, um eine hohe Leistung bei speicherlastigen Anwendungen zu garantieren. Bei der Wahl des Prozessors muss man bereits auf die verwendete Software schauen, wobei inzwischen nahezu alle aktuellen Schnittprogramme mit mehreren Kernen gleichzeitig arbeiten. Multicore-Prozessoren sind zudem inzwischen Standard. Hier gilt ganz trivial die Regel: Je schneller diese getaktet sind, desto besser.

Bei der Wahl der Grafikkarte kommt es drauf an, welche Form der Grafikbeschleunigung man präferiert bzw. welche die eventuell vorhandene Software unterstützt: Cuda (Nvidia) oder OpenCL/GL (AMD). Hier hilft nur ein Blick in die technischen Daten der Schnittprogramme. Zum Teil unterstützen diese auch beide Verfahren. Weiterhin sollte man sich bei der Größe des Videospeichers nicht blenden lassen, dieser ist nicht immer maßgeblich: Nur wenn die Mehrzahl der Effekte über die GPU (Grafik Procesor Unit) gerechnet wird bringt eine größere Speicherausstattung Vorteile. Wichtig ist die Geschwindigkeit bei der Datenübertragung: Die Karte sollte mindestens über GDDR-3, am besten aber über GDDR-5 RAM verfügen.

Klar ist: Wer einen neuen Rechner zusammenstellt, sollte sich vorher genau überlegen, welche Anwendungen auf ihm hauptsächlich genutzt werden. Selbst die Rechner bei großen Anbietern lassen sich inzwischen bei den wichtigsten Komponenten auf diese Anforderungen abstimmen. Individueller und teils auch günstiger klappt es, wenn man das System individuell zusammenstellt: Ein Blick zum Beispiel hier zeigt an, wo Hardware gerade günstiger angeboten wird. Wenn man ein paar Prozente sparen kann, ist vielleicht doch eine Komponente mit mehr Speicher etc. drin.

(jos)

Begriffs-Ratgeber: Schnitt-Fachbegriffe

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Selbst Notebooks lassen sich inzwischen individualisieren - ein klares Argument warum man sich vorher die Anforderungen der Schnittprogramme anschauen sollte.


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Teilweise setzen Schnittprogramme sehr stark auf die GPU-Berechnung - dann lohnt sich die Investition in eine teure Grafikkarte, der Prozessor (CPU) darf dann etwas kleiner ausfallen.

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SSD-Festplatten sind für Videodaten derzeit noch zu klein und teuer - doch ist das Betriebssystem und die Programme darauf installiert läuft das System flüssiger.



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