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Polly System: portables Dolly ohne Schienen

Einen spannenden neuen Ansatz zu einem Dollysystem kommt aus München. Das Polly Portable Dolly System basiert auf einer Schwungrad­stabilisierung und soll trotz kompakter Abmessungen extrem ruhige Fahrten erlauben, ohne dass Schienen verlegt werden müssen. Als Basis dient ein Kamerawagen, der etwa so groß wie ein ...
 

Als Basis dient ein Kamerawagen, der etwa so groß wie ein Schuhkarton ist und sieben Kilo wiegt. Hauptanteil am Gewicht hat eine Schwungmasse in Form eines Edelstahlrads. Der Kamerawagen läuft auf Rollerblade-Rollen und wird per Hand in Bewegung versetzt. Getrieberäder aus Polymer-Kunststoff sorgen dafür, dass das Schwungrad in Gang kommt und somit als kinetischer Energiespeicher konstante Fahrten erzeugt sowie als Stabilisierung dient. Der Kamerawagen kann auf allen glatten Oberflächen eingesetzt werden und soll sich mit nur einer Hand kontrollieren lassen.

Das Gehäuse des Kamerawagens ist aus Aluminium und erlaubt über ein 3/8-Zoll Gewinde die Verbindung zu einem Videoneiger oder aber zu einem optional erhältlichen ausklappbaren Arm. Dieser soll aus Aluguss gefertigt werden. Er erlaubt Kameraperspektiven in allen Richtungen und Winkeln. Besonders geeignet ist er für Fahrten knapp über dem Boden oder durch schmale Öffnungen hindurch. Nach oben ausgefahren soll er auf 1,6 Meter Höhe kommen.

Der Produktdesigner Thomas Kress hat bereits zwei Prototypen in Betrieb und hat damit zum Beispiel Aufnahmen bei BMW realisiert. Bei nach oben ausgefahrenem Arm setzt die Physik gewisse Grenzen, so dass sich dann Erschütterungen viel schneller bemerkbar machen. Bei bodennahen Aufnahmen sollen jedoch extrem schnell gute Fahrten realisierbar sein. Kress nennt 50 Umpositionierungen in 2 Stunden Drehzeit und sieht darin den Hauptvorteil zu Schienensystemen.

Dennoch sind bereits mobile, zusammensteckbare Laufflächen für unebene Untergründe kurz vor der Fertigstellung. Vorrausichtlicher Vorverkaufsstart für das Polly-Dolly ist das zweite Quartal 2012. Der Kamerawagen soll voraussichtlich bei 1.250 Euro liegen, der Kameraarm bei 850 Euro.

(jos)
Link zum Hersteller: Polly System
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Ausleger: Der Kameraarm soll aus Aludruckguss gefertigt werden. Der hintere Ausleger ist für Gegengewichte gedacht.
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Edelstahl: Das Schwungrad ist besonders gewichtig und wird über das Getriebe in Gang gesetzt. Es sorgt für Ruhe in der Fahrt.
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Videoneiger: Für einfache Fahrten kann man den Videokopf auf den Kamerawagen setzen.
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Bodennah: Der Kameraarm sorgt für besondere Positionen der Kamera und ist dabei von bodennah bis auf 1,6 Meter flexibel.

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