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Kampf der Formate: HD-DVD und Blu-ray

Kurz vor dem Weihnachtsgeschäft werden die Töne rauer und die Angebote attraktiver. Die beiden Lager hoffen auf ein gutes Geschäft und damit auf eine bessere Ausgangssituation zum durchsetzen ihrer Patente. Denn, dass einer aufgibt scheint derzeit unwahrscheinlich. Zu viel steht auf dem Spiel.

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Formatvielfalt: Derzeit konkurrieren Blu-ray und HD-DVD am Markt und veranstalten einen "Formatkrieg".


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Blu-ray-Brenner: Pioneers BDR-202 brennt auf Blu-ray, DVD und CD-Medien. Bei der HD-DVD
 sieht es mit Brennern derzeit noch recht schwach aus.


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Blu-ray-Player: Sony liefert den BDP-S300 mit zwei Blu-ray-Filmen, drei weitere bekommt man nach der Registrierung.



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HD-DVD-Player: Den Tosiba HD-EP35 bekommt man teils schon für circa 400 Euro mit sieben Filmen auf HD-DVD-Medien.



Macht man eine Bestandsaufnahme kann man dem "kleineren" HD-DVD Lager nur Respekt zollen. Denn das HD-DVD-Lager hat ein Problem: NEC hat seine optischen Laufwerkssparte mit Sony zusammengelegt. Sony NEC Optiarc heißt die neue Firma, die allerdings bisher lediglich Blu-ray-Laufwerke und Brenner auf den Markt gebracht hat. Ralf Wolf, Marketing Direktor Sony NEC Optiarc, nennt das Problem beim Namen: "Technisch können wir heute bereits Kombilaufwerke produzieren, doch noch nicht zu einem markfähigen Preis."

Damit steht Toshiba ziemlich verloren da und muss nun schnell auch HD-DVD-Laufwerke herstellen. Dieser Part war eigentlich NEC zugedacht. Entsprechend fehlt derzeit ein HD-DVD-Brenner. In einem Qosimo-Modell kann man inzwischen zwar einen HD-DVD-Brenner ordern, doch als Einbaulaufwerk für den Rechner ist trotz mehrfacher Ankündigung noch nichts in Sicht.

Dafür kann sich Toshiba in Europa über den Verkauf der HD-DVD-Player freuen. "Besonders die großen Onlinehändler und engagierte AV-Spezialisten verkaufen in Deutschland große Stückzahlen", so Frank Eschholz Produktmanager Visual Products bei Toshiba Europe. "Derzeit befindet man sich besonders in Deutschland aber auch im gesamten Europa in der angenehmen Situation der Marktführerschaft" – allerdings nur solange man die reinen Player-Verkäufe anschaut. Denn die Blu-ray Allianz konterte mit einer Betrachtung inklusive Playstation3, dem derzeit günstigsten Blu-ray-Player.

Glaubt man dieser Studie kommt die HD-DVD nur noch auf einen Marktanteil knapp über 25 Prozent. Wie viel Prozent der Playstation3-Besitzer allerdings damit wirklich Filme anschauen ist eine Unbekannte. Für die Filmindustrie bleibt es damit wohl bei einem Patt.

Um das Geschäft weiter Anzukurbeln bietet Toshiba zum Weihnachtsgeschäft die beiden HD-DVD-Player HD-EP30 und HD-EP35 in einem Bundling mit gleich sieben Filmen an – von der ersten HD-DVD der StarTrek Staffel bis zu Herbert Grönemeyers 12Live. Die unverbindlichen Preisempfehlungen von 500 Euro beziehungsweise 600 Euro für die beiden Geräte ist reichlich unverbindlich. Online ist der Kleinere bereits ab 340 Euro zu finden, der HD-EP35 ist sogar auf 420 Euro gesunken – inklusive der sieben Scheiben. Im örtlichen Mediamarkt war der Preis, ohne Extrascheiben, sogar noch deutlich darunter.

Die Blu-ray-Allianz erscheint allein durch die Anzahl der Unterhaltungselektronik-Konzerne kräftiger und dennoch ruht sich hier niemand aus. Sony Entertainment will noch vor Weihnachten zu den bereits 40 Veröffentlichungen 30 weitere Titel auf Blu-ray herausbringen. Konzernmutter Sony liefert mit den BDP-S300 und BDP-S500 gleich fünf Scheiben – zwei sind in der Packung, weitere drei bekommt der Kunde nach der Registrierung.

Damit keine Missverständinsse aufkommen: Nicht allein Sony marschiert hier vorwärts auch Panasonic, Pioneer, Samsung, Sharp und LG haben Blu-ray-Player im Programm. Thomson und Philips zählen zwar ebenfalls zur Allianz, haben aber noch keine Blu-ray-Geräte auf dem Markt. Hitatchi hat zwar keinen Blu-ray-Player, dafür aber einen Blu-ray-Camcorder (-> Test der Vorserie).

Die Vielfalt bereits als Siegeszug zu bezeichnen ist falsch. Selbst wenn ein kräftiger Preiskampf entsteht ist letztendlich der Verbraucher der Leidtragende: Denn entweder die Einen oder Anderen haben sich fürs falsche Format entschieden oder alle müssen künftig Kombigeräte kaufen. Dass solche Kombi-Laufwerke zwangsläufig teuer sind liegt an den Patent- und Lizenzgebühren, die der Verbraucher dann zweimal löhnen muss.

(jos)

Hintergund zur Technik. Hintergrundinfos "Scheibchenweise"