PT 2016

Camcorder-Ton-Tuning: externe Mikrofone an Sony-Camcordern

Wer einen der Top-Camcorder in Full-HD (Canon G40) oder 4K (etwa Panasonic VX 989, VXF 999, Sony AX 53 usw.) besitzt, hat vermutlich auch hohe Ansprüche an den Ton, die erst externe Zusatzmikrofone erfüllen. Vorausgesetzt man weiß, wie man sie nutzt. Leider schweigen sich viele Bedienungsanleitungen darüber aus, doch kein Problem VIDEOAKTIV weiß Rat. Im ersten Teil unserer dreiteiligen Workshop-Serie beleuchten wir (neben allgemeinen Tipps) den Anschluss von externen Mikrofonen an Sony-Camcordern.
 

Die vielen Neuheiten im Bereich der Kameramikrofone, die in den letzten Monaten auf den Markt kamen, haben uns zu diesem Workshop inspiriert. Denn wir haben diese Schallwandler an vielen Camcordern und Kameras ausprobiert und stießen beim Einsatz auf so manche praktische Hürde.

Anschluss und Strom

Ob sich ein bestimmtes Mikrofon am eigenen Camcorder oder der Fotokamera überhaupt einsetzen lässt, hängt zunächst einmal von zwei wichtigen Faktoren ab: Über welche Buchsenart ist der Anschluss möglich? Und wie wird das Mikrofon mit Strom versorgt?

Die Consumer-Camcorder unseres Workshops erlauben allesamt nur den Anschluss per Miniklinkenkabel (3,5 Millimeter). Das heißt aber nicht, dass sich nur Consumer Mikrofone nutzen ließen. Denn auch viele professionelle Schallwandler finden per Adapterkabel von XLR auf Miniklinke Anschluss an diese Camcordermodelle.

Entscheidend dafür ist die Art und Weise, wie sie mit Strom versorgt werden: Reine Kondensator-Mikrofone, die nur per Phantomspeisung eines Profi-Camcorders und XLR-Verbindung laufen, scheiden aus. Viele dieser Mikros lassen sich aber alternativ auch mit einer Batterie betreiben – das Stereomikro Røde Stereo VideoMic X etwa oder das Richtmikro Sennheiser MKE 600, die wir beide für den Workshop benutzt haben. Es gibt aber auch einfache Mikrofone ohne Batterie, die per Plug-in-Power übers Miniklinkenkabel des Camcorders gespeist werden wie das Røde VideoMicro.

Sony FDFR-AX 53

Natürlich wollten wir auch die Mikrofonnutzung an Sonys zuletzt eingeführtem Consumer-Topmodell FDR-AX 53 ausprobieren. Zumal dieser Camcorder erstmals wieder einen voll nutzbaren Zubehörschuh eingebaut hat, während die Jahre zuvor entweder eigene Spezialschuhe (zuletzt: MIS = Multi Interface Shoe) oder zu tief oder zu eng versenkte Versionen das Aufstecken von Fremdmikrofonen verhindert oder zumindest erschwert hatten.

Auch Anschlussbuchsen für Mikrofone sowie Kopfhörer sind beim AX 53 vorhanden – dem Ton-Genuss stünde also eigentlich nichts im Wege. Doch leider war es Sony zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Workshops trotz mehrfacher Nachfrage nicht möglich, uns nochmals ein Testmuster des AX 53 zur Verfügung zu stellen.

Der Grund laut Sony: Das einzige Pressetestmuster in Deutschland war defekt, Ersatz aus Tokio war über mehr als drei Monate lang aber nicht zu bekommen. Schade, aber nicht zu ändern, so dass wir hier nur die praktischen Ergebnisse unserer ersten Tests und Erprobungen sowie das Handbuchstudium einfließen lassen können.

thumb Aufmacher externe Mik Sony

Der Ton spielt selbst bei Top-Camcordern aus dem Consumer-Lager oft nur die zweite Geige. Mit dem Einsatz von Zusatzmikrofonen lässt sich das ändern.

XLR-Profimikrofon
Viele XLR-Profimikrofone lassen sich per Adapterkabel auch an Miniklinken-Kameras nutzen.
 
Aussteuerungsanzeige
Die kleine Aussteuerungsanzeige des AX 53 auf dem Display (rechts unten) lässt sich im Menü („Kamera/Mikrofon") aktivieren.
Sony AX_53
Endlich hat Sony beim AX 53 (linker Camcorder) wieder ein Herz für Mikrofon-Nutzer und baut einen normal nutzbaren Schuh mit ausreichend Rangierfläche für ausladende Mikros ein.
 

Wobei pikanterweise sogar der Einsatz eines externen Mikrofons den AX 53 von seinem in bestimmten Konstellationen auftretenden Rauschproblem (siehe Ausgabe 4/2016) kurieren würde, was das Fehlen des Modells in diesem Workshop noch betrüblicher macht.

Auch das Online-Hilfe-Handbuch des AX 53 hilft dem tonbewussten Filmer nicht sehr: Erst auf der siebten Seite der Inhaltsauflistung finden sich relevante Punkte wie „Tonmodus" (Funktion 128) oder „Audio-Aufn. stufe" (Funktion 129). Man kann auch vermuten, dass Nr. 169 („Lautstärkeeinstlg.") eine Rolle spielt – bei genauer Betrachtung stellt sich aber heraus, dass damit nur die Wiedergabelautstärke gemeint ist.

Der Rest hilft auch nicht viel weiter: Im „Kamera/Mikrofon"-Menü kann man zwischen automatischer und manueller Aussteuerung (per Touch-Display) um schalten, wird aber darauf hingewiesen, dass bei einem MI-Schuh-Mikro der Ton trotzdem automatisch gepegelt wird.

Und beim konventionellen Mikro? Wir werden es noch ausprobieren müssen – das Manual hilft nicht weiter.

FAZIT

Es ist sehr erfreulich, dass Sony auf unsere Kritik gehört und den Zubehörschuh wieder für Fremdmikros geöffnet hat. Falls es uns gelingen sollte, noch einmal ein Testmuster dieses Modells zu ergattern, dann werden wir unsere Erkenntnisse beim Mikroeinsatz nachreichen.

 

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Die zwei weiteren Artikel zur Serie, die folgen sind:

 

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