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  1. #13
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    Ob ich eine nicht-standardkonforme Disc erstelle, die nur bestimmte UHD-BD-Player (teilweise abhängig von Firmware-Updates) lesen können, oder ob ich einen USB-Stick bespiele, den aufgrund des abweichenden Dateisystems nicht jeder UHD-fähige Smart-TV versteht, kommt doch unterm Strich aufs Gleiche raus und ist natürlich unbefriedigend. Noch dazu, da das bloße Brennen einer nackten HEVC-MKV-Datei immer noch nicht die gewünschten Funktionen wie Menü, Sprungmarken etc. erlaubt. Es sind allesamt inkompatible Insellösungen - wie eigentlich immer, wenn etwas nur vergleichsweise wenige Leute interessiert.

    Die Situation ist heute doch so, dass man einen Datenträger mit UHD-Material ohnehin nur ganz wenigen "Auserwählten" in die Hand drücken kann, weil ein ganz großer Teil der Leute damit nichts anzufangen weiß.
    Also wenn man nicht zufällig seinen kompletten Freundskreis aus Filmfreaks, Technikfreaks und Early-Adoptern aufgebaut hat, dann kennt jeder heute vielleicht drei Leute, die überhaupt schon einen UHD-fähigen Fernseher besitzen, und im besten Fall einer davon hat auch noch einen UHD-BD-Player dazu. Da sehe ich weder die Chance noch den Bedarf, ein einheitliches Medium bereitzuhalten. Man muss die Leute halt fragen, was sie brauchen; ob man die Datei dann im Einzelfall auf einen BD-Rohling brennt, auf einen NTFS-formatierten Stick oder auf einen exFAT-formatierten Stick schreibt, macht vom Aufwand her jetzt nicht den großen Unterschied.

    Wenn ich es nur für mich selber brauche, nehme ich sowieso nur das Format, das auf meinem Fernseher oder Player funktioniert.

    Die Absicht, eigene Werke in UHD-Qualität unters Volk zu bringen, ist ja an sich sehr löblich. Aber was hilft es, wenn das Volk sie nicht haben will?

  2. #14
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    Themnerweiterung "UHD-Silberscheiben"

    Sehr geehrte Forum Teilnehmer,

    vielen Dank für die interessanten Beiträge zu meiner Frage. Zunehmend hat sich meine Frage auf die Grundsatzdiskussion verdichtet: Brauchen wir noch "Silberscheiben" im Zeitalter eines (Netz-) Streamings?
    Ich möchte die dazu stattfindende Debatte um einen weiteren Aspekt bereichern, der über die technischen Optionen hinausgeht! Ich bin ein Vertreter der "Alten Schule" und für mich ist Datenhoheit, ja Datenunversehrtheit ein alles andere überstrahlender Anspruch! Ich habe deshalb keinen Account in einem "Personal Net", ich bediene keine Cloud-Anwendungen und hoffe so Herr meiner Daten zu sein! Dazu auch ein paar zusätzliche Infos: Ich fotografiere und filme sehr viel im privaten Umfeld, zuweilen auch durchaus erotische Events und es ist für mich "unvorstellbar", dass auch nur ein Clip öffentlich werden könnte und sei es auch nur deshalb, weil ein Provider "gehackt" wird! D.h. wenn ich Filme oder Fotos von Events verteile, geht das nur mit "Silberscheiben" ... zumindest wenn ich eine hinreichend gute Menüführung sicherstellen will!
    Vielleicht noch ein Beitrag zum Thema 8K. Für mich ist das eine sehr eigenartige Diskussion, da ich aus technischer Sicht den Einsatz eines 8K Sensors im Amateubereich als "Augenstreuerei" erachte; warum: Um eine 8K Auflösung optisch überhaupt sicherzustellen zu können, müssen die verwendeten Objekte eine Auflösung von 2160 LP/Bildhöhe im gesamten Anwenungsbereich, d.h. bei offener Blende bis in die Ecken, gewährleisten. Im Moment gibt es im Amateurbereich im Grunde kaum Objektive die dies sicherstellen! Insbesondere Zoomobjekte, selbst die "Rotring-Objektve" von Canon oder Zeiss-Objektive, können dies bei weitem nicht - in der Optik spricht man von "leerer Vergrößerung", wenn in der Abbildungs-Prozesskette Bausteine angewendet werden, die eine TOP-Auflösung suggerieren, gleichzeitig eine andere Komponente der Prozesskette dies aber nicht kann!

    Mit freundlichen Grüßen
    Euer idumwvad

  3. #15
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    Zitat Zitat von idumwvad Beitrag anzeigen
    Brauchen wir noch "Silberscheiben" im Zeitalter eines (Netz-) Streamings?
    Diese Frage entscheiden eigentlich die Empfänger: Was wird gewünscht und mit welchem Vertriebsweg können sie etwas anfangen? Es hat ja keinen Sinn, ganz auf Streaming zu setzen, wenn viele Empfänger noch keinen Breitbandanschluss haben, oder Blu-rays auszuliefern, wenn vor Ort das Abspielgerät fehlt. Zwischen Silberscheibe und Streaming gibt es aber auch noch andere Möglichkeiten der Distribution, und was sich da anbietet, kommt auf den Einzelfall an. Die Datensicherheit ist da unter Umständen natürlich auch ein Aspekt.

    Zitat Zitat von idumwvad Beitrag anzeigen
    in der Optik spricht man von "leerer Vergrößerung", wenn in der Abbildungs-Prozesskette Bausteine angewendet werden, die eine TOP-Auflösung suggerieren, gleichzeitig eine andere Komponente der Prozesskette dies aber nicht kann!
    Das Thema der Sensorauflösung, die die Objektivauflösung übertrifft, kommt nicht erst mit 8K auf uns zu, sondern existiert schon längst. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass die 5-Euro-Linsen von No-Name-Actionkameras mit "4K"-Schriftzug tatsächlich diese Auflösung nachmessbar liefern? Auf der anderen Seite entsprechen 8K ungefähr 33 Megapixel, was in der Fotowelt mittlerweile nun keine so superdramatisch hohe Auflösung mehr ist, und es gibt durchaus Optiken, die dem gerecht werden. Dass sie preislich oft über dem liegen, was ein normaler Mensch ausgeben möchte, ist freilich auch klar.

  4. #16
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    Die bisherige Bluray-Disk(FHD) ist für mich elementar wichtig, da ich eine Menü-/Kapitelsteuerung benötige für meine Reportagen und in den Reisedokumentationen. Nur dadurch ist es mir möglich jederzeit eine bestimmte Zielmarke in meinen Dokumentationen anzuspringen um einen Abschnitt vorzuführen.
    Zwar bin ich UHD-Filmer, lege aber meine Projekte in FHD an wegen der vielen Gestaltungsvorteile, z.B. mehrere FHD-Ausschnitte aus dem UHD-Material incl. nachträglicher Software-Zoomfahrten darauf.
    Ich glaube schon, daß mein nächster TV ein UHD-TV wird. Um meine FHD-Blurays vernünftig darauf abspielen zu können, habe ich mir einen Panasonic Blu-ray Recorder mit Twin HD DVB-S Tuner DMR-BST750 zugelegt der in der Lage ist ein qualitativ hochwertiges 4k(UHD)-Upscaling durchzuführen. Diese Option war mir sehr wichtig für die bestehende Blu-ray Sammlung von Kauf- und selbst produzierten BD/DVD. Mittels Panasonic "4k Direct Chroma Up Conversion" wird das Full HD-Signal mit 4:2:0-Abtastung in ein 4K-Signal mit 4:4:4-Abtastung umgewandelt, so daß die UHD-Bildschirme die exakten Helligkeits- und Farbinformationen erhalten.
    Damit ist das Thema für mich erledigt.
    Geändert von Video&Bild (30.04.2017 um 10:58 Uhr)

  5. #17
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    Gerade bin ich über zwei Statistiken gestolpert, die in dem Zusammenhang vielleicht interessant sind:

    Der CEMIX/HEMIX-Index listet deutsche Verkaufszahlen bestimmter Gerätegruppen. Er unterscheidet in DVD-Player/Recorder und Blu-ray-Player/Recorder (inkl. UHD-Blu-ray).

    Im Jahr 2016 wurden 465.000 DVD-Geräte verkauft - gegenüber 621.000 im Jahr 2015.
    Im ersten Quartal 2017 waren es 100.000 DVD-Geräte - gegenüber 125.000 im ersten Quartal 2016 und 168.000 im ersten Quartal 2015.

    Im Jahr 2016 wurden 1.277.000 Blu-ray-Geräte verkauft - gegenüber 1.550.000 im Jahr 2015.
    Im ersten Quartal 2017 waren es 292.000 Blu-ray-Geräte - gegenüber 366.000 im ersten Quartal 2016.

    Das Statistische Bundesamt listet jahrweise die Ausstattung von deutschen Haushalten mit Konsumgütern.

    Der Anteil der Haushalte mit DVD- und/oder Blu-ray-Player sank von 71,3 % im Jahr 2011 auf 65,3 % im Jahr 2016.
    Die Geräteanzahl pro 100 Haushalte sank in der gleichen Zeit von 94,2 auf 88,4 %.

    Der Anteil von Blu-ray-Playern wird seit 2015 noch separat gelistet. Er stieg in dieser Zeit von 17,5 % auf 20,5 %. Die Gerätezahl pro 100 Haushalte stieg von 19,7 im Jahr 2015 auf 23,5 im Jahr 2016.

  6. #18
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    Danke für die Links! Das sind in der Tat interessante Statistiken, die das unterstreichen, was man selber wahrnimmt: Die Chance, dass jemand eine DVD abspielen kann, ist um ein Vielfaches höher als bei einer Blu-ray, und insgesamt geht der Trend allmählich weg von den Silberscheiben.

  7. #19
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    Ich habe zuhause immer noch einen BluRay brenner herum liegen und muss sagen, hin und wieder braucht es tatsächlich einen. Ich speichere meine Daten, vor allem Fotos, sehr gerne immer wieder auf ein drittes Medium, damit diese nicht verloren gehen. Hier bietet sich eine BluRay mit Brenner eigentlich sehr gut an, da sie viel Speicherplatz zur Verfügung stellt.
    Geändert von Joachim Sauer (02.06.2017 um 09:38 Uhr) Grund: Werbelink entfernt

  8. #20
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    Für meinen Teil habe ich eine riesige Freude daran, meinen heute 85 Jahre alten Vater sehen zu können, wie er acht Jahre alt war !

    Dieser Film stammt aus dem Jahr 1939 und es ist eben doch etwas ganz Anderes, Menschen zu sehen, wie sie sich bewegen.

    Keiner meiner Verwandten wollte dieses Dokument damals haben, als der eigentliche Besitzer starb, so habe ich es genommen, weil mir klar war, welchen Wert es bekommen würde.

    Heute bereuen die anderen ihre damalige Ablehnung.

    Auch in meinen Vereinen wird es mittlerweile sehr geschätzt, wenn bei Ereignissen Filmaufnahmen gemacht werden. Es ist immer wieder ein Ereignis, wenn diese Filme gezeigt werden und einige darauf schon nicht mehr leben und die heutigen Ehepartner ihre/n Angetrauten noch als Kind bewundern können. Deren heutige Kinder amüsieren sich darüber prächtig.

    Dann wundern sich manche, dass sie da nicht zu sehen sind. Man muss sie dann daran erinnern, dass sie damals nicht gefilmt werden wollten !

    Auch die nicht mehr stehenden Gebäude oder wie bunt die Welt noch in den Siebzigern war, fällt einem erst heute auf und man denkt wehmütig zurück oder ist sich dem schon gar nicht mehr bewusst.

    Was ich damit sagen will: man muss sich bewusst darüber sein, wie vergänglich die Gegenwart ist und dass wir mit Bild und Film ein Mittel in die Hand bekommen haben, Zeit quasi zu konservieren.

    Mit dem Filmmaterial ging das über einhundert Jahre sehr gut, doch heute setzt uns die Industrie immer wieder neue Normen vor und lässt die bisherigen verschwinden.

    Selbst die Fernsehanstalten haben heute sehr grosse Mühe, ihre Dokumente, obwohl im Profibereich die Normen erheblich seltener wechseln als im Consumer-Lager, zu bewahren, indem sie sie auf die neueste Norm übernehmen. Das Profilager erwartet hier aber vom Hersteller Migrationswege !

    So müssen wir Kunden darum kämpfen, unsere Erinnerungen in den eigenen Händen halten zu können und an unsere Nachkommen weitergeben zu können.

    Ein Disk-System ist ein guter Grundstock, dann man kann einen Player aufheben und die Disks sorgfältig und lichtdicht aufbewahren. Auch kann man die Sammlung damit zeitlich und inhaltlich strukturieren. Die Lösung kann nur ein System 'reinstecken --> läuft' und die Aufbewahrung der Norm, mit dem die Disk erstellt wurde, sein.

    Ansonsten bleibt von uns nichts mehr übrig, denn die Industrie wird sich um unsere Clouds einen Dreck scheren !

    Wenn wir nichts mehr in der Hand haben, können wir auch nichts bewahren !

    Irgendwelche Sticks, bei denen man nicht einmal mehr weiss, mit welchem Codec er erstellt wurde, kann man in ferner Zukunft schlicht wegschmeissen, denn keiner wird ihn mehr anschliessen, geschweige denn lesen können.

    Versuchen Sie heute mal, Daten von einer Diskette herunter zu bekommen, um sie weiter nutzen zu können !

    Sollten wir zum Wegschmeissen filmen, können wir es auch lassen, wenn dies auch langfristig sein sollte.

    Vielleicht sollte man, anstatt einen UHD-Camcorder zu kaufen, lieber eine 35-mm-Filmkamera benutzen, denn die Filme sind dann in ferner Zukunft noch vorhanden und anschaubar und haben in etwa die gleiche Qualität.

    Der nunmehr fast achtzig Jahre alte Film (8mm) mit meinem Vater als Kind beweist, dass das geht !

    Das ist der sehr hohe Preis der Digitalisierung, halten wir ihn auf einer Höhe, auf der wir noch mit ihm umgehen können !
    Geändert von Stephan_LB (06.08.2017 um 16:09 Uhr)

  9. #21
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    Ich freue mich, dass wir heute noch zeitgeschichtliche historische Filmdokumente vom Anfang des 20. Jahrhunderts fast besser als in Originalqualität sehen können. Dies liegt nicht daran, dass das jemand das Filmmaterial in einer Blechdose aufbewahrte, sondern dieses nach aufwendiger chemischer und mechanischer Restaurierung digitalisiert, auf Festplatten gespeichert und so vor dem weiterem Zerfall gerettet wurde.

    DVD und BluRay-Disks sind für Archivierungszwecke das ungeeignetste Medium, das es gibt. Jeder Stick ist einer DVD oder BluRay-Disk überlegen, auch wenn es bessere Medium gibt. Einen "Kampf" für den Erhalt alter Filme führt niemand, der sich auch nur ein wenig mit dem Archivierungsthema beschäftigt hat - zB mit dem Lesen verschiedener Artikel zu diesem Thema in videoaktiv.
    Geändert von TomStg (06.08.2017 um 19:20 Uhr)

  10. #22
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    Zitat Zitat von TomStg Beitrag anzeigen
    .. Einen "Kampf" für den Erhalt alter Filme führt niemand, der sich auch nur ein wenig mit dem Archivierungsthema beschäftigt hat - zB mit dem Lesen verschiedener Artikel zu diesem Thema in videoaktiv.
    Eine ziemlich schroffe Entgegnung auf Stephan_LB's Beitrag, den ich durchaus bedenkenswert finde.

    Klar, steckt da auch Herzblut und Nostalgie drin, also subjektive Faktoren.
    Das heisst aber nicht, dass die technischen Überlegungen daneben wären.

    Die Frage, ob wir unsere jetzigen, gebräuchlichen Alltagsmedien wie Harddisks, SSDs, USB-Sticks und nicht zuletzt Speicherscheiben wie CD, DVD und Blu-ray in 80 Jahren noch werden lesen können, scheint mir durchaus berechtigt.

    Mit Floppies, mit alten Syquest Drives, die einen SCSI-Anschluss haben (wie mein alter Nikon-Scanner) gibt's jetzt schon Probleme - noch sind sie lösbar (wenn der Speicher die Daten noch enthält) - aber wie lange noch ?

    Zitat Zitat von TomStg Beitrag anzeigen
    .. DVD und BluRay-Disks sind für Archivierungszwecke das ungeeignetste Medium, das es gibt. Jeder Stick ist einer DVD oder BluRay-Disk überlegen, auch wenn es bessere Medium gibt. ..
    Dem Einwand mit DVDs (mit selbstgebrannten Blu-rays habe ich zu wenig Erfahrung) stimme ich zu.
    Obwohl es spezielle Typen geben soll, die für Langzeitspeicherung optimiert sind (und angeblich 1000 Jahre halten, wenn ich mich recht entsinne). Aber ob die Abspielgeräte auch so lange durchhalten?

    Meine gebrannten DVDs, insbesondere preiswerte, lassen sich oft heute schon nicht mehr einlesen.
    Wenn ein Film darauf ist, nicht so tragisch, den kann man ersetzen.
    Wenn es Backups sind, die auf Harddisk fehlen, sind sie verloren.

    Mein alter Nikon-Scanner - plötzlich stehengeblieben. Entweder Lager verharzt oder Elektronik defekt - so genau weiss man es nicht.
    Mein (sehr) altes Powerbook G3 mit SCSI - plötzlich nicht mehr gestartet. Keine Ersatzteile mehr, keine Reparaturen mehr. Nicht allzu lange davor war der defekte Bildschirm (unlar, ob das Problem das Flachbandkabel zur Platine und/oder der Bildschirm selbst war) für sehr teures Geld ersetzt worden.
    Meine alte Canon A2 Hi8-Kamera - ein Spitzengerät zu seiner Zeit - hat vor langer Zeit bereits ausgesetzt. Hier weiss man, woran es liegt: Die "Elkos" - Elektrolytkondensatoren - sind hinüber. Quasi eine Sollbruchstelle, die von Canon so vorgesehen war, sonst hätten sie wohl etwas bessere Qualität für dieses Bauteil gewählt (oder es gab sie nicht zu der Zeit).
    Eine wunderbar kompakte, alte Pentax Optio S4 Knipskamera ist nicht mehr zu gebrauchen, weil der Sensor mittlerweile zu viele tote Leuchtpixel aufweist. Schade drum!

    Bei vielen alten Geräten mit (griffiger) Plastikummantelung verflüssigt sich dieser Plastik mit der Zeit - er wird klebrig. Das wirkt sich - aussen - nicht auf die Funktionaltät aus, aber innen schon, falls dort auch verbaut.
    Einen MP3-Player habe ich deshalb schon entsorgt, einige "schwitzende" Kabel zu einem alten Metz-Blitz ebenfalls.
    Mein alte Canon MV-20i Mini-DV Kamera (immer noch ein tolles Stück) ist auch bereits klebrig, obwoh sie technisch noch i.O. ist.
    Die Schaumstoffdichtung rund um die Kamerarückwand meiner alten Olympus OM-2n: Zerbröselt oder zu klebrigem Konglomerat mutiert - unbrauchbar, da evtl. nicht mehr lichtdicht für den eingelegten Film.

    Ok, das sind Beispiele etwas abseits des Themas "Speicher für elektronische Daten", aber sie illustrieren doch, dass Stephan_LB's Überlegungen durchaus berechtigt sind (es geht hierbei ja nicht betont um Profi-Speicherlösungen, sondern in erster Linie um 'normale' Angebote für jedermann / jedefrau).

    Und wenn die "Halbwertszeit" für aktuelle Technik sich mit jeder Generation weiter so verkürzt (4K in aller Munde, aber 8K steht schon vor der Tür, dazu immer mal wieder exotische 3D-Speicher angekündigt (aber nicht verwirklicht), zur Zeit sind 360°-Kameras das "Muss ich haben", nachdem 3D-TV bereits wieder vorbei ist) und die technischen Normen für Speichhermedien, Aufnahme- und Abspielgeräte in gleichem Tempo wechseln, kann man in einem stillen Moment schon mal tief Luft holen und die Stirn runzeln.
    80 Jahre (als Beispiel), das wäre von heute aus zurück nach 1937 -> Computer? Sensoren & Pixel? 2K oder 4K? Internet? Google & Co? Smartphone? Fernsehen? Video? Color Grading? HDR? Schnittprogramme? Web-Foren? etc. etc. etc.

    "Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt
    Läuft die Zeit; wir laufen mit."
    (Wilhelm Busch, 1877)


    Nachgedanke:
    Der Zerfall von klassischem Film ist ein allmählicher (er wird blass und blasser), der Zerfall von digitalen Speichern kann ein plötzlicher sein - 1 (alles) oder 0 (nichts, ab Zeitpunkt X) - eben digital.

    Zitat Zitat von TomStg Beitrag anzeigen
    .. Dies liegt nicht daran, dass das jemand das Filmmaterial in einer Blechdose aufbewahrte, sondern dieses nach aufwendiger chemischer und mechanischer Restaurierung digitalisiert, auf Festplatten gespeichert und so vor dem weiterem Zerfall gerettet wurde. ..
    Restaurieren kann man nur, was noch vorhanden ist - und auf dem Film in der Blechdose war nach all den Jahren offensichtlich noch genug zu sehen!
    Erst dann - und nur deshalb - ging's mit modernster Technik weiter - die erst mal 80 weitere Jahre überstehen muss!
    Geändert von Skeptiker (06.08.2017 um 22:29 Uhr)

  11. #23
    Foren-Profi Avatar von Wolfgang S.
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    Was ist das für eine Nostalgie-Diskussion? Natürlich berührt es alte Aufnahmen von seinen Lieben zu sehen, und natürlich hat das Einfangen dieser Momente einen emotionalen Wert. Wie alte Bilder eben. Aber das hat nichts oder wenig unmittelbar mit dem UHD-Authoring zu tun, für das es offenbar keine oder kaum preiswerte Consumer- oder Prosumer-Lösungen gibt und vermutlich auch nicht mehr geben wird. Damit sind Inhalte auf Scheiben schon wieder gefährdet, den morgen gibts keine Player mehr dafür. Die - offenbar von einigen Sozialromantikern - skeptisch gesehene Digitalisierung ist nicht umkehrbar, und bietet wie jeder Technologietrend Risiken und Chancen: hier konkret sind die Bilder einmal im Netz gestellt nicht mehr vom ehemaligen Eigentümer der Daten kontrollierbar - aber dafür sicher. Und wer das nicht will, hat mit heimischen NAS-Systemen längst relativ mächtige Serverfarmen verfügbar. Nur sichern muss er selbst. Dass die digitalen Schätze als Dateien abspielbar sind macht mir wenig Sorgen - die Gefahr ist längst der Datenverlust, und Datenretter verdienen sich goldene Nasen.
    Lieben Gruß,
    Wolfgang
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  12. #24
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    Bänder, Scheiben, Dateien, Wolken...Was soll´s!

    Kürzlich habe ich ein für die Stadt nicht unbedeutendes Theaterstück gefilmt. Schon vor der Aufführung wurde ich gefragt, ob man den Film dann auch "auf CD" bekommen könnte. Ich habe zugesagt, ihn sowohl auf DVD als auch auf Blu-ray zu liefern. Von den bisher verteilten Scheiben sind 50 DVD und 6 Blu-ray!

    Auf Nachfrage, wie sie sich denn die DVD ansehen, antworteten mehrere "auf dem Laptop". Na dann!

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