Blender oder Hit? Sonys neuer Schultercamcorder NEX-EA50
Kurz vor der Fachmesse IBC hat Sony in Großbritannien recht überraschend den kleinen AVCHD-Schultercamcorder NEX-EA50EH vorgestellt, der ab Oktober zum Listenpreis von 2700 Pfund (rund 3400 Euro, vermutlich netto) beim Händler stehen soll. Manche sehen den neuen Camcorder schon als billige FS100, doch beim Blick auf die technischen Daten wird klar, dass es sich eher um eine teure VG20 handelt. Als Bildwandler kommt wie beim kleinen Verwandten ein 16MP-Sensor im S35-Format zum Einsatz; auf der Objektivseite ermöglicht das E-Bajonett mit seinem kurzen Auflagemaß den Einsatz nahezu aller relevanten Linsen des Weltmarktes via Adapter.
Das Bemerkenswerteste am EA50 dürften zwei Neuerungen sein, die hier ihr Debüt feiern. Zum einen wird im Set nicht das bisherige 18-200mm-Zoom mitgeliefert, sondern - endlich! - eine Variante mit Servozoom, deren Brennweite auch über die Zoomwippe auf dem Handgriff und eine Taste links am Objektiv verändert werden kann, und zum anderen ist die EA50 die erste Kamera, die neben den herkömmlichen SD-Karten und Memory Sticks auch auf dem neuen "Mirroring Memory Stick" aufzeichnen kann. Dahinter versteckt sich RAID-Technologie zur Erhöhung der Daten- und Ausfallsicherheit. Außerdem kann auch der schon für andere NXCAM-Camcorder angebotene 128GB fassende Flash-Speicher kabellos an die EA50 angedockt werden.
Wermutstropfen der Kamera ist wohl das erneute Fehlen von manuell zuschaltbaren Graufiltern, einer Funktion, die vor allem beim zu erwartenden Einsatzbereich dieses Camcorders überaus nützlich gewesen wäre. Unter Dokumentationsbedingungen zum Beispiel ständig mit NDs vor dem Objektiv hantieren zu müssen, ist keine sinnvolle Option. In den Tests wird sich überdies zeigen müssen, ob die EA50 mit denselben Aliasing- und Moiré-Problemen zu kämpfen hat wie die ihr technisch offenbar weitgehend verwandte VG20. Interessant ist dagegen die nach hinten ausfahrbare Schulterauflage und die Umschaltbarkeit zwischen 50Hz- und 60Hz-Formaten. Auch der Tonteil ist mit zwei XLR-Buchsen, manuellem Pegel, Line/Mic-Umschaltung sowie 48V-Phantomspeisung ordentlich ausgestattet.
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