Bis 3D im TV eine signifikante Rolle spielen wird, dauert es schätzungsweise noch sehr lange. Ein Sender, für den Produktion und Ausstrahlung mit immensen Kosten verbunden sind, weiß ja im Moment gar nicht, welcher Sau er zuerst nachlaufen soll, die gerade durchs Dorf getrieben wird. Noch sehen bei weitem nicht alle Haushalte in Deutschland ein HD-Programm, noch senden bei weitem nicht alle Sender hochauflösend - die ARD zum Beispiel will nach jüngsten Plänen erst bis 2019 (!) komplett auf HD umgestellt haben -, da wird schon der Ruf nach 1080p50 laut. Das hätten viele gern als zukünftigen Standard, doch 4K ist knapp dahinter in Sichtweite, 8K längst keine Utopie mehr, und irgendwo in dieses Chaos hinein, in dem man bald gar nicht mehr weiß, wohin die Reise geht, kommt nun wieder mal auch noch 3D.
Das hat ohne Zweifel seinen Reiz, doch ich sehe seine Rolle ungefähr da, wo auch die Stereofotografie steht: Sie ist praktisch so alt wie die "normale" Fotografie, wurde über die Generationen immer weiter verbessert und blieb doch stets auf einen kleinen Kreis von Enthusiasten beschränkt. Die herkömmliche 2D-Fotografie konnte sie in mehr als 150 Jahren nie auch nur ansatzweise ablösen.
Ob 3D im bewegten Bild mehr Erfolg haben wird? Fraglich. Selbst im Kinobereich scheint die große 3D-Euphorie nach "Avatar" allmählich auf ein normales Maß zurückzugehen. Nicht immer stehen die Mehreinnahmen an der Kinokasse in einem gesunden Verhältnis zu den Mehrkosten beim Dreh, und so entscheiden sich selbst große Produktionen oft genug gegen 3D.
Und trotzdem könnten 3D-Camcorder eines Tages sogar für 2D-Filmer richtig interessant werden: Dann nämlich, wenn die Optik- und Sensorenpaare für die gleichzeitige Aufnahme mit unterschiedlichen Belichtungen genutzt würden. Daraus ließe sich ein 2D-HDR-Bild mit hohem Kontrastumfang erzeugen, das mehr Zeichnung sowohl in hellen als auch in dunklen Bildteilen besitzt. Dann wäre die Bilddynamik, wie sie heute eine RED Epic bietet, vielleicht schon in einem Consumer-Camcorder zu haben. Gerüchten zufolge soll Sony bereits daran arbeiten.


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. Wenn es doch passiert, hast du nur zwei Möglichkeiten: entweder kann man das Material noch retten, indem man alles hinter die Scheinfensterebene legt - was aber meist nur dann geht, wenn doch noch ein gewisser Abstand da war und dadurch die Fernpunktdisparität nicht zu groß wird (was halt bei Objektkonvergenz schnell passiert und ein weiteres Argument für parallele Kameraachsen ist). Oder aber man muss es halt raus schneiden.
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