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Video-Interview: Sony Camcorder PMW-F5 und PMW-F55

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Sony hat unter dem Slogan "beyond HD" seine Filmerwelt neu erfunden und gibt damit eine umfassende Antwort auf Fragen, die Hersteller wie Blackmagic und Red mit ihren Raw- Filmkameras und Colorgrading-Konzepten aufwerfen. Was die beiden neuen Modelle PMW-F5 und PMW-F55 auf dem Kasten haben, lesen Sie in diesem Artikel und sehen Sie in einem exklusiven Video-Interview mit Sony Professional Systems-Manager Sebastian Leske.

Sony setzt auf verlässliche, wenngleich nicht billige Komponenten, die einerseits Produktion in 3D aus einem Guss ermöglichen sollen, andererseits holt die Firma ihre Studiokunden ab und will ihnen den sanften Übergang in die 4K-Spielfilm-Neuzeit ermöglichen. Gleichzeitig rüstet die Firma zum letzten Gefecht: Entweder die Broadcast und Filmszene glaubt an 4K und setzt auf wertige Geräte zu vertretbaren Preisen – oder die Zukunft gehört im Zeitalter unbegrenzter Speicherkapazität den Individuallösungen mit angehängter Farbbestimmung.

So ganz flüssig will dabei die Rettung des eigenen Speicherkartensystems namens SxS aber doch nicht glücken. So ist für die Speicherung der 4K-Signale im neuen Codec unbedingt eine schnellere Plus+ Variante nötig. Die Adapter auf SD funktionieren nicht.

Der Codec

Ein neuer XAVC-Codec im bekannten MXF-Format setzt dort an, wo das bisher verwendete MPEG2-System mit 35 mbit/4:2:0 (XDCAM EX) oder 50 mbit/4:2:2 (XDCAM)-Aufzeichnung endeten - bei 50 Bildern im Interlaced-Verfahren nämlich. XAVC kann dagegen Datenraten bis 600 mbit/s übertragen und das mit bis zu 180 Bildern pro Sekunde progressiv. Allerdings ist der Codec auch herunter-skalierbar von Full HD in 10 Bit-Aufzeichnung bis auf Proxibildgröße. Wahlweise stehen Intraframe oder Interframe-Aufzeichnung zur Verfügung. Der neue Prozessor, integriert aber gleichzeitig auch die alten MPEG-2-Codecs, so dass Stammkunden nicht zwangsläufig auf XAVC aufrüsten müssen, sondern mit Standard- SxS-Cards auch weiterhin in ihrem Standard aufzeichnen können – solange sie eben nicht auf 4k oder 50p umschalten.

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Die neuen Großsensorcams F5 und F55 schließen die Lücke zu Red Epic und Alexa.
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Wozu Drittanbieter: Außer dem Body kommen auch neue Recorder für Raw-Aufzeichnung, das rückwärtige Batterie-Modul und die lichtstarken Optiken von Sony.

Die Kameras:

Das erste XAVC-Modell F5 dürfte im Verkauf bei rund 15.000 Euro liegen. Nicht nur der neue Codec ist integriert, die modulare Bauweise, die man ein wenig von Red übernommen hat, sieht auch eine Wahl des Suchersystems vor sowie das Anbauen eines Dockrecorders für die gleichzeitige Ausgabe von RAW-Dateien parallel zur XAVC-Aufzeichnung. Offiziell sollen dadurch unsichere Kabelwege eingespart werden, inoffiziell möchte Sony das Geschäft mit den 4K-Recordern bei Raw-Aufzeichnung gerne selbst machen. Das Batteriesystem wird wieder ein V-Mount sein, wie gewohnt. Die niedrige Bauweise der Kamera legt aber nahe, die neuen Sony-Akkus mit einer halbierten Ladezeit zu verwenden. Sie schaffen ohne RAW-Recorder Laufzeiten von zwei Stunden. Die Kamera hat einen neuen Super-35mm-Sensor, allerdings mit voller 4K-Auflösung. Der Body ist kleiner als der einer F3, ein hochauflösender OLED-Monitor ist seitlich eingebaut.

Modell F55 wird etwa das doppelte der F5 kosten, Sony spricht offiziell von Preisen unter 50.000 Euro. Es besitzt 180 statt der 120-Bilder-Zeitlupe und hat 4 HD-SDI-Ausgänge, die auch direkt zum Anschluss an den neuen Monitor PVM-X 300 verwendet werden können, um an diesem 30-Zöller direkt 4K-Bildkontrolle zu ermöglichen. Außerdem besitzt sie einen elektronischen Verschluss, der Rolling Shutter-Probleme verhindert. Beide Kameras haben den Sony-Bayonettanschluss und einen aufgesetzten PL-Mount-Adapter, der anscheinend direkt mitverkauft wird. Das Sony-Log-S für die RAW-Ausspielung der Kinokamera F65 haben beide, allerdings soll nur die F55 über den erweiterten Farbraum der F65 verfügen.

Auch das Geschäft mit den Optiken möchte Sony verstärkt selbst machen und bringt drei weitere Prime-Linsen mit 20, 25 und 105 Millimeter-Brennweite und Lichtstärke 2.0, die das bereits vorhandene Set mit 35/50 und 85 Millimeter-Brennweite ergänzen. Die neuen Optiken sind speziell auf 4K-Auflösung gerechnet.


Video-Interview: Sony Camcorder PMW-F5 und -F55 im Detail

(Das Video auf YouTube ansehen)

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