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50p Spezial: Was ist 50p?

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Seit dem 1. Juli ist es so weit: Nun darf das AVCHD-Videoformat auch 50p-Signale in Full-HD verarbeiten. Das ist insofern bemerkenswert, als das Standardisierungsgremium damit den gewagten Vorstößen von Panasonic und Sony seine Absolution erteilte. Beide hatten begonnen, dieses außerhalb der AVCHD-Norm liegende Format in ihre Cams zu integrieren - und damit nicht nur Kunden, sondern zugleich sämtliche Anbieter von Nachbearbeitungs-Software überraschten.

VIDEOAKTIV beschreibt die Folgen dieses neuen Zeitalters der Bildsignalaufzeichnung. Eine neue Ära ist es vor allem deshalb, weil damit die alte analoge Fernsehtechnik endgültig zu Grabe getragen wird. Seit der Einführung des Farbfernsehens im Jahr 1967 lag die Bildwiederholfrequenz bei 50 Halbbildern (PAL-Standard). Erst seit dem 1. Juli 2011 werden daraus ganze Bilder.

 

Was ist 50p?

"50" steht für 50 Bilder pro Sekunde, das "p" für progressiv. Progressivaufzeichnung ist nichts neues. So arbeitet jeder Computer und fast jeder Projektor, und auch Camcorder konnten schon länger progressiv aufzeichnen. Der Erste war der JVC PD 1 mit Progressive-DV.

Fernseher hingegen - und damit auch Fernsehstationen - zeigten und sendeten aus der technischen Entwicklung heraus nur 50 halbe Bilder. Die Hälfte der Bildinformation erreicht man, indem man jede zweite Pixelreihe (früher: Bildzeile) weglässt. Und das abwechselnd, sodass beim ersten Bild nur die geraden, beim zweiten die ungeraden Zeilen übertragen werden.

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Input: Was bringt die Aufzeichnung in 50p, also mit 50 progressiven Bildern? Manche Filmer sind verunsichert, ob sie auf dieses viel versprechende Drehformat umsteigen sollen, oder sich damit nur Probleme einfangen. Der große 50p-Report auf VIDEOAKTIV.de beleuchtet alle Aspekte von der Aufnahme bis zur Ausgabe.
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Halbbild gegen Vollbild: Der Sensor scannt bei der Halbbildaufzeichnung (interlaced) 50-mal die ungeraden Bildzeilen und 50-mal die geraden. Für das träge Auge und den nachleuchtenden Fernseher entsteht ein Komplettbild. Schnell bewegte Objekte erhalten jedoch unscharfe Kanten, da sich die Bildkante zwischen den Abtastungen fortbewegt hat. Besser macht es die Vollbildaufzeichnung (progressive).

So legt das der PAL-Fernsehstandard fest; für Standard-Fernsehen gilt er heute noch. Übrigens: HD-Sendungen fürs Fernsehen gibt es in zwei Varianten. Die Öffentlich-Rechtlichen senden in Progressiv, die Privaten, vereinfacht gesagt, im Halbbildverfahren.

Der Grund für die historisch bedingte Linien-Rationalisierung: Bandbreite sparen. Weder die alte Analog- noch anfangs die Digitaltechnik waren in der Lage, die Pixel-Datenmengen von Fernsehen in ausreichender Schnelligkeit zu verarbeiten.

Das hat sich geändert. Bildprozessoren und Speichertechnologie können nun 50-mal pro Sekunde ein volles Bild liefern. Warum diese Fähigkeit nicht nutzen, dachte sich Panasonic – und baute einen entsprechenden Modus in seine AVCHD-Kameras der 700er-Serie und deren Nachfolgerinnen ein.

Der Gegenentwurf, um Speicherplatz oder Bandbreite zu sparen, heißt 720p. Das bedeutet: Man verwendet ein etwas kleineres HD-Bild mit 720 x 1280 Bildpunkten und überträgt es vollständig – 50-mal pro Sekunde. Diesen Modus beherrschen viele Camcorder schon länger. Bei guten Cams sieht man den Unterschied zu Full-HD, da die mögliche Detailschärfe (Auflösung) schon rechnerisch nur zwei Drittel von Full-HD mit 1920 x 1080 Pixeln betragen kann.


Doch damit nicht genug. Das Full-HD-(1920 x 1080-) Format kennt noch eine Spielart mit einer Wiederholfrequenz von 25 Bildern (25p) oder bei Proficams mit 24 Bildern (24p). Diese reduzierte Bilderzahl macht sich dann durch Ruckeln insbesondere bei Kameraschwenks bemerkbar.

Unschick findet das zum Beispiel auch „Avatar"-Regisseur Janes Cameron: Er wies im Branchenblatt „Variety" darauf hin, dass es höchste Zeit sei, die alten Filmstandards (24 Bilder bei Kinofilm) zu überwinden: „Kinofilme können nicht schlechter aussehen als das, was man zu Hause hat." Viele Videofilmer finden aber gerade diese Ruckelschwenks schick, denn sie erinnern sie an gewohnte Kinokost. Das stimmt allerdings nur zum Teil, denn Videos ruckeln in aller Regel deutlicher, da die Belichtungszeiten (Shutter/Austastintervalle) pro Bild anders aufgeteilt sind, als das bei Kinokameras und Projektoren oft der Fall ist. In jedem Fall erkennt man
bei sehr guten Kameras die 1080/50p-Verbesserungen im Bild nur dann, wenn das Bild auch sehr gut auf das gewünschte Objekt fokussiert ist. Bei nachlässiger MPEG-Bildcodierung oder günstigen Camcordern mit hoher Datenkompression nimmt man den Unterschied oft eher deutlicher wahr.

Morgen geht´s hier auf VIDEOAKTIV.de mit Artikel "Welche Vorteile bringt 50p?" im Rahmen des 50p-Spezial weiter.

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Aufschneider: Wo der 50p-Knopf nicht prangt, ist bei Panasonic auch kein 50p-Modus in der Kamera eingebaut.

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