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Camcorder-Messlabor: Das VIDEOAKTIV-Verfahren

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Donnerstag, den 22. Juli 2010 um 15:26 Uhr
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Camcorder-Messlabor: Das VIDEOAKTIV-Verfahren
Teil 3
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Das Mess- und Testlabor von VIDEOAKTIV treibt einen hohen Aufwand bei Camcordern aller Art. Hier lesen Sie, was Sie davon haben.

Die Tester spannen die Camcorder (und zunehmend auch filmende Fotoapparate) vor unbestechliche, objektive Testtafeln und Videosequenzen, die die Cams in definierter Weise aufzeichnen müssen. Anhand der entstehenden Dateien werden die Unterschiede zwischen dem Ergebnis und dem Original gewertet und gewichtet. Die Vorlagen und teilweise auch die Messgrößen sind auf feine Unterscheidungen zwischen ähnlichen Geräten ausgelegt und nicht wie bei vielen industriellen Messungen auf Standards.

Das heißt: Die Tester ermitteln auch unter den Guten die Besten und nicht nur, ob die Einhaltung eines Standards gewährleistet ist. Als Erster begann das VIDEOAKTIV-Messlabor vor Jahren, digitale Signale direkt per PC auszuwerten, und konnte so mehr Messparameter erfassen als üblich. Die vertikale Auflösung etwa lässt sich mit herkömmlichen Methoden nicht ermitteln. Sie sagt aus, wie viele Bilddetails, von oben nach unten betrachtet, die Kamera darstellt.

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Er ist der Chef: Dipl.-Ing. Martin Biebel bei der kniffligen und verantwortungsvollen Arbeit im Camcorder-Messlabor.
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Delta E94-Farbabweichung

Farbmessungen: Wie genau gibt der Camcorder eine schwierige Farbe wie Lila oder Waldgrün wieder - oder etwa einen Hautton? Die Skala zeigt die Farbtreue des Camcorders.

Farbmessungen

Wie genau gibt der Camcorder eine schwierige Farbe wie Lila oder Waldgrün wieder – oder etwa einen Hautton? Das wollte das Messlabor schon lange wissen. Denn die Messingenieure stellten fest, dass die reinen Farben des Standard-Messcharts für viele Cams kein Problem sind, gedecktere Farben hingegen geben sie häufig völlig unterschiedlich wieder. Deshalb haben die Messexperten sie den starken Farben hinzugefügt und gleichmäßig übers Farbspektrum verteilt. Damit erhalten sie einen repräsentativen Querschnitt über das Farbwiedergabevermögen. Je höher sich ein Wert über der Grundlinie erhebt, desto weniger exakt ist seine Wiedergabe.ISO-Standard namens Delta E94 berücksichtigt.
Er enthält eine Festlegung, wie – abhängig von Farbort und -helligkeit – der Mensch auf Farben reagiert, und bildet sie über einen Korrekturfaktor ab. Den stellt das Labor in Rechnung und gibt diesen korrigierten Wert einheitenlos als Abweichung (Delta) an. Bei Kunstlicht stimmen Farben weniger als bei Tageslicht (dunkelgraue Linie), weshalb diese Kurve näher am Delta von 0 liegt. Das hat auch damit zu tun, dass der Weißabgleich der Cams ab Werk zu warm eingestellt ist.


Die Wolkenkratzer vor dem Farbspektrum zeigen für dieselben Farben wie bei der Farbabweichung die Sättigung an. Je höher der Balken, desto gesättigter die Farbe. Zunächst fällt auf, dass nicht gesättigte Farben, wie sie in den gemischten Farben vorkommen, viel kleinere Säulen haben. Kein Wunder: Wenn die Sättigung des Originals niedrig ist, muss die Wiedergabe des Prüflings auch diesen Wert annehmen. Um den Optimalwert zu erkennen, steht außer den Säulen für Schwach-, Kunst- und Tageslicht noch die helle Säule im Hintergrund. Die Skalierung ist einfachheitshalber als Prozentwert des Maximalwerts
gesättigter Farbenangegeben.
Ein Unterschied um 5 Prozent ist im Bild bereits gut wahrzunehmen. Eine Kamerasollte also möglichst hoch liegende Kurvenhaben, gerade bei Schwachlicht. Bei Tageslicht liegt das Optimum bei 100 Prozent. Werte darüber fallen besonders knallig aus; Sättigungswerte unter 3 Prozent sieht man im Bild nicht mehr, die Farbe versinkt im Schwachlicht-Schwarz.

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Farbsättigung: Die Wolkenkratzer vor dem Farbspektrum zeigen für dieselben Farben wie bei der Farbabweichung die Sättigung an. Je höher der Balken, desto gesättigter die Farbe.



Schärfemessungen

Wie fein sind die Details, welche die Kamera darstellen kann? Auf der horizontalen Achse ist die Anzahl von parallel nebeneinander oder übereinander darstellbaren Schwarzweiß-Linienpaaren abgetragen. Alle Auflösungen werden als "Linienpaare pro Bildbreite" (LP/BB) definiert.Gleiches gilt für die Vertikalauflösung (Türkis-Kurve). So zeigen die Kurven direkt, ob die Vertikalauflösung des Camcorders genauso hoch ist wie die Horizontalauflösung.

Für Fachleute: Sicherlich liegt die Grenzfrequenz für die Vertikalauflösung bei 540 Linienpaaren (HD mit 1080 Pixeln), nicht wie horizontal bei 960 (HD mit 1920 Pixeln). Das bedeutet aber nicht generell gröbere Vertikaldetails, wie oft suggeriert wird, sondern nur weniger darstellbare Details innerhalb des zur Verfügung stehenden Bildausschnitts. Wer das Resultat, bezogen auf Linienpaare pro Bildhöhe, wissen möchte (wie sich das bei Fotoapparaten durchgesetzt hat), der teilt das Ergebnis durch 16 und multipliziert mit 9. Die vertikale Diagrammachse zeigt den relativen Kontrast. Dazu ermittelt das Messlabor zunächst den besten Hell-/dunkel-Unterschied eines Linienpaars (Kontrast), das der Cam liefert. Den Wert setzt es gleich 1. Mit zunehmender Detailfeinheit oder mit abnehmendem Licht sinkt der Unterschied zwischen Weiß und Schwarz.

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Wie fein sind die Details, welche die Kamera darstellen kann? Auf der horizontalen Achse ist die Anzahl von parallel nebeneinander oder übereinander darstellbaren Schwarzweiß-Linienpaaren abgetragen.
Consumer_und_Profi
Egal ob Profi oder Consumer: VIDEOAKTIV hatt alle Cams im Messlabor und alle Camcorder müssen den harten Testparcour durchlaufen.
Bei 30 Prozent des Anfangskontrasts sind die Kantenübergänge schon sehr flau. Diese Schwelle markiert die schwarze Querlinie im Diagramm. Kontrastwerte über 1 entstehen in der Praxis durch elektronisch erzeugtes „Superweiß", also Kanten, die das Bild ohne echte optische Abbildungsleistung knackiger machen sollen. Werte über 1 ergeben sich auch, wenn der Camcorder bei einer anderen Abstimmung (Kunstlicht, weniger Licht) seinen optimalen Arbeitspunkt hat. Kontraste oberhalb von 1,2 erscheinen unnatürlich und kosten Punkte in der Bewertung der relativen Auflösung.
Die Dunkelblau-Linie zeigt die Tageslichtauflösung bei 900 Lux, Mittelblau bei Kunstlicht mit 150 Lux und Hellblau bei Schwachlicht mit 30 Lux. Je später und sanfter die Kurven abfallen, desto besser die Auflösung. Je später die Kurve ein Drittel ihres Anfangskontrasts erreicht, desto besser der Auflösungsgrenzwert.



Das Tondiagramm

Je schneller die rote Kurve über die -12 dB-Linie klettert, desto kräftiger die Bässe; je später sie unter diese Linie abfällt, desto besser die Höhenwiedergabe.

Geeicht ist die Kurve auf 0 dB bei 1000 Hz. VIDEOAKTIV hat eine ideale Camcorder- Mikrofonkurve definiert (blau). Sie berücksichtigt, dass die Aufzeichnungssensibilität in den Bässen (>70 Hz) abfallen darf, da Bass-Störgeräusche Aufnahmen zerstören (Trittschall).

 

- Hier gelangen Sie zum Artikel: Camcorder-Test: Die VIDEOAKTIV-Auswertung

- Hier gelangen Sie zum Artikel: Camcorder-Messtabelle: Messwerte verständlich erklärt

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Je schneller die rote Kurve über die -12 dB-Linie klettert, desto kräftiger die Bässe; je später sie unter diese Linie abfällt, desto besser die Höhenwiedergabe.


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